Fear and Loathing in Las Vegas (1998)

Stonermovie der Woche

Zitat

„Wir hatten 2 Beutel Gras, 75 Kügelchen Meskalin, 5 Löschblattbögen extra starkes Acid, ein Salzstreuer halbvoll mit Kokain, ein ganzes Spektrum vielfarbiger Uppers, Downers, Heuler, ein Liter Tequila, eine Flasche Rum, eine Kiste Bier und einen halben Liter Äther und 2 Dutzend Poppers.

Nicht, dass wir das alles für unsere Tour brauchten, aber wenn man sich erst mal vorgenommen hat eine ernsthafte Drogensammlung anzulegen, dann neigt man dazu, extrem zu werden.“- Raoul Duke

Info

Fear and Loathing in Las Vegas beinhaltet den Konsum von starken Drogen, bis zu einem Punkt, wo es beinah glorifizierend wirkt. Ich persönlich finde, dass jeder Mensch das konsumieren sollte, worauf er Lust hat. Trotzdem sollte man sich vor allem Dr. Gonzos Verhalten wären des Films einprägen, bevor du irgendetwas stärkeres als Alkohol oder Cannabis zu dir nimmst.

Starke Drogen veranlassen einen dazu, dass man Kontrolle über sein Bewusstsein verliert und damit hauptsächlich agiert und reagiert anstatt nachzudenken. Was einen natürlich zu einer Erleuchtung führen kann, aber zum anderen dich vielleicht auch dazu bringt, dass du eine Kellnerin mit einem Messer bedrohst. Die Effekte sind ziemlich unvorhersehbar, also bleib lieber auf dem Grünen.

Intro

Es war ein Montagabend, als ich mir Fear and Loathing in Las Vegas für diese Review noch einmal ansah. Meine Freundin und ich hatte gerade ein Bett aufgebaut, was bei mir zu Vibes führte, welche nach einem exzessiv psychedelischen Film schrien. Ich hatte Glück das Fear and Loathing in Las Vegas Stoner Film für die Woche war. 118 Minuten purer Drogenwahnsinn.

Der Film machte knapp mehr als sein Produktionsbudget und war (am Anfang) bei Kritikern genauso unbeliebt wie bei Zuschauern. Vielleicht weil er Leuten ein Zeitgefühl nahe brachte, das sie nicht verstanden oder weil die meisten Leute kein Meskalin tranken.

Aus Fear and Loathing in Las Vegas wurde ein Kult-Klassiker und heutzutage gibt es kaum einen ernsthaften Stoner, welcher den Film nicht schon gesehen hat. Aber fangen wir mit der Beschreibung des Films an, bevor jegliche Erinnerungen daran verschwinden wie die Ideologien der 60er Jahre.

Summary

Fear and Loathing in Las Vegas ist die Geschichte von Raoul Duke und Dr. Gonzo, seinem Anwalt, welche beide nach Las Vegas fahren. Aber eigentlich ist es die Geschichte von zwei Trips, welche der Journalist Hunter S. Thompson und Anwalt Oscar Zeta Acosta, vor ein paar Jahrzehnten nach Las Vegas machten.

Diese Trips wurden dann destilliert und in den Roman Fear and Loathing in Las Vegas verarbeitet. Dieser wurden erneut kondensiert und als Film veröffentlicht. Am Ende kommt eine Geschichte heraus, welche zwei Männer zeigt, die nach Las Vegas fahren und dort einen Drogentrip nach dem anderen haben. Ob mit Bong, Pfeife oder Joint: Polydrug Lacing ist hier kein Verbrechen, sondern gehört eher zum guten Ton.

Klingt komisch? Das ist, weil Fear and Loathing in Las Vegas keinem wirklichem Plot folgt. Erst denkt man, es geht um Dukes Artikel über das Mint 400 (ein Wüstenrennen). Danach denkt man, es geht darum, dass er es schafft die Stadt zu verlassen, ohne von der Polizei erwischt zu werden. Danach geht es aber um einen neuen Artikel, neue Drogen und neue Eindrücke, welche alle auf dich einbrechen wie ein fallender Monolith.

Fear and Loathing in Las Vegas wird zu einer Art Tagebuch, einer nicht-friktionellen Geschichte, welche man auch film à clef bezeichnet. Es ist eher ein Essay über die verlorene Konterrevolution der 60er und das Sterben des amerikanischen Traums, geschrieben von einem Joints rauchenden, Meskalin trinkenden Journalisten.

Die meisten Filme haben einen Anfang, eine Mitte und ein Ende. Im besten Falle machen auch die Charaktere eine Entwicklung durch oder zumindest die Nebencharaktere. Aber davon fehlt in Fear and Loathing in Las Vegas jede Spur. Nebencharaktere erscheinen kurz und sind entweder dazu da, um den Kontrast zwischen den Beiden und der realen Welt zu zeigen oder, um eine Nachricht zu übermitteln.

Die Hauptcharaktere könnten Darstellungen der Anti-Marihuana Filme der 40er sein, denn sie bestätigen jedes Vorurteil, das man gegenüber Cannabis haben kann. Am Ende hat man vielleicht nichts gelernt, aber man hat definitiv etwas erlebt.

Cast & Crew

Der Protagonist und Erzähler ist Raoul Duke (eine erfundene Version von Hunter S. Thompson selbst), gespielt vom allseits bekannten Johnny Depp. Johnny gibt Raoul Duke/ Hunter S. Thompson perfekt wieder. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass er für vier Monate bei Hunter lebte und Nachforschungen und Untersuchungen für die Rolle machte. Die beiden verstanden sich so gut, dass Dukes Zigarettenfilter, T-Shirt, Hut, Jacke und das silberne Medaillon sogar Originale von Hunter S. Thompson sind.

Aber Depp war nicht der Einzige, der für Fear and Loathing in Las Vegas vollen Einsatz gezeigt hat. Benicio del Toro spielte Dr.Gonzo, Dukes Anwalt, welcher Duke nach Vegas begleitet. Benicio aß knapp 16 Donuts am Tag, um 18 kg für seine Rolle in Fear and Loathing in Las Vegas zuzunehmen.

Ich fand ihn auch echt gut getroffen, vor allem, da er mich an einen Freund erinnert, den ich mal hatte, welcher auch gerne zu viele Drogen nahm (unangenehmer Zeitgenosse und einer der Leute mit denen man froh ist gebrochen zu haben). Seine aufgebrachte und übertriebene Art zeigt wirklich, wie es ist schwere Drogen zu nehmen.

In einer Szene will er zu dem Song „White Rabbit“ sterben und in einer anderen, Duke mit einem Messer angreifen, weil er anscheinend Teil einer Verschwörung war, ihm „sein Mädchen“ wegzunehmen. Definitiv einer der Leute, welchen ein wenig CBD nicht schaden könnte.

Regie übernahm beinahe Ralph Bakshi (Fritz the Cat), welcher aus dem Film eine animierte Version in Ralph Idris Steadmans Malstil machen wollte. Wäre es geil gewesen? Ja. Wäre es besser gewesen? Wahrscheinlich nicht.

Die Idee den Film zu produzieren begann schon 1992. Für die Rollen der beiden waren schon Namen wie Jack Nicholson, Marlon Brando und John Malkovich gefallen, aber die meisten wurden zu alt für die Charaktere. Am Ende übernahmen Johnny und Benicio die Rollen. Terry Gilliam (12 Monkeys) wurde Regisseur und Nicola Pecorini (Das Kabinett des Doktor Parnassus) der Kinematograph.

Review Anderer

Rotten Tomatoes49% (Kritiker) & 89% (Zuschauer)
IMDb7.6/10
Metacritic41 (Kritiker) & 7.7/10 (Zuschauer)

Mal wieder sind Kritiker und Zuschauer nicht einer Meinung. Metacritic und Rotten Tomatoes zeigen das am Besten. Nachdem ich ein paar der Reviews gelesen habe, hatte ich das Gefühl, dass die meisten Kritiker keine Ahnung hatten, worum es in dem Film ging. Die meisten sahen nur die unsympathischen Charaktere und die psychedelischen Visuals.

Aber anscheinend erschien nur wenigen der Gedanke, dass Fear and Loathing in Las Vegas nicht nur über das Sterben der Konterrevolution redete. Es zeigte ein Abbild dieser Revolution. Das, was nach all der Musik, Drogen und Orgien übrigblieb. Die leeren Hüllen der Menschen und deren Seelen, die am Ende der Love-Generation mitstarben.

Vielleicht ist es deshalb besser den Film subjektiv zu sehen anstatt objektiv. Etwas, was Zuschauer mit der Zeit besser konnten als die Kritiker. Bei 89% auf Rotten Tomatoes und 7.7/10 auf Metacritic, sieht man hier definitiv eine Tendenz zum entspannten Ansehen, anstatt zum übermäßigen Analysieren.

Fazit

Fear and Loathing in Las Vegas zeigt keinen Film im üblichen Sinne. Cannabis ist hier eher ein additiv zu den anderen multiplen Drogen, welche unsere Helden hier einnehmen. Trotzdem wird der Film als Teil des Stoner Genres genannt. Wieso? Vielleicht sind es die psychedelischen Visuals von Terry Gilliam und Nicola Pecorini, welche basierend auf Robert Yabers Gemälden sind.

Oder die extremen Farben, aufregenden Aufnahmen und abnormalen Charaktere. Vielleicht auch, weil die beiden zwei Pfund Gras dabeihaben oder weil Hunter S. Thompson selbst ein täglicher Kiffer war. Wer weiß.

Fear and Loathing in Las Vegas ist trotzdem mehr als geeignet für jeden zynischen Stoner, welcher die Überreste der Love-Generation erkunden möchte. Indikas sind hier definitive fehl am Platz. Ein starkes Sativa, alleine auf einer Couch, zu später Stunde (so gegen 23 Uhr zu Mitternacht) bringen die Messages des Films und seines Teils paranoiden Momente am besten rüber.

Klingt vielleicht ein wenig unangenehm, aber das ist Fear and Loathing in Las Vegas nun mal. Es ist witziger, paranoider, schneller, alptraumhafter Spaß, welchen man mehr und mehr versteht, desto länger man hinsieht. So buy the Ticket, Take the Ride.

Mit grünen Grüßen,
Mac.

Der Bericht „Fear and Loathing in Las Vegas“ ist am 13. November 2020 erschienen.

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