Pflanzenkrankheiten Teil 2

Pflanzenkrankheiten Teil 2

Pilzerkrankungen

Schimmelpilze, Botrytis und Co. – wie erkenne und behandle ich Pilzerkrankungen.

Ein gesundes Wurzelsystem ist für jede Pflanze enorm wichtig und schützt vor häufigen Pflanzenkrankheiten. Eine permanente Überwässerung des Bodens kann zum Bespeil dazu führen, dass die Wurzeln absterben und zu faulen beginnen. Es können jedoch auch gewisse Pilze den Erdboden befallen und eine Wurzelfäule verursachen. Allen voran die Pilzgattungen Pythium und Fusarium.

Wenn es zu starken Temperatur- oder Bodenfeuchteschwankungen kommt, die Umgebung oder das Gießwasser zu kalt ist, haben schädliche Pilze ein leichtes Spiel. Generell sind geschwächte Pflanzen, ob Hitze- oder Kältestress, angreifbarer für Pilzerkrankungen. Weiters muss darauf geachtet werden, dass der pH-Wert des Bodens nicht zu niedrig ist. Sollte der Boden zu sauer sein, kann Dolomitkalk oder Grünsand zur Neutralisation verwendet werden. Auch ein Zuviel an Stickstoff und Phosphor begünstigt die Ausbreitung von Pilzerkrankungen, wobei Dünger mit Kalium und Kalzium bei der Abwehr helfen können.

Bemerkbar macht sich ein Befall durch ein allgemein geschwächtes Erscheinungsbild, welke Blätter, die eine blasse Farbe und braune Flecken haben. Die Blätter fangen an sich nach oben oder unten zu kräuseln, wobei die Blattspitzen und -ränder verbrannt aussehen. Auch Stängelbräune, bei der sich der Fuss der Pflanze braun färbt und spaltet, ist ein Anzeichen für Wurzelfäule.

Pflanzenkrankheiten 2 Pilzerkrankungen

Bei einem Befall mit schädlichen Pilzen ist es ratsam die betroffene Pflanze zu entsorgen und zu vernichten. Danach ist es wichtig alle Gegenstände, mit denen die befallene Pflanze in Berührung war, zu desinfizieren, am besten mit Wasserstoffperoxid (H2O2). Generell sollten der Growroom und alle Werkzeuge immer sauber gehalten werden, um Pilzerkrankungen vorzubeugen.

Vorbeugend ist es sehr wichtig auf eine gute Entwässerung der Erde zu achten. Auch die Aufrechterhaltung bzw. der Einsatz von Mikroorganismen fördert ein gesundes Bodenleben und kann einen Befall von Pilzkrankheiten verhindern.

Wer seinen Pflanzen was Gutes tun will und dabei vor allem mögliche Krankheiten, Infektionen und Schädlingsbefall wirkungsvoll vorbeugen will, ist mit der Verwendung von Komposttee bestens beraten, auch als Blattdüngung.

Mehltau

Mehltau ist eine Sammelbezeichnung für eine Gruppe von Schimmelpilzen, die die Hanfpflanze befallen können. Man unterscheidet zwischen echtem und falschem Mehltau. Die Krankheit infiziert als erstes das Innere der Pflanze und breitet sich dort unbemerkt aus.

Erkennbar wird der Pilz durch einen weißen Belag auf der Blattoberseite. Eine befallene Pflanze sieht wie mit Mehl bestäubt aus. Im fortgeschrittenen Stadium kräuseln sich die Blätter, es kommt zu Nekrosebildung und die Blätter fallen vorzeitig ab.

Starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, Temperaturen um die 20°C und eine erhöhte Luftfeuchtigkeit von 70% begünstigen die Ausbreitung des Pilzes.

Pflanzenkrankheiten Pilzerkrankungen Schimmel Mehltau
Pilzerkrankung: echter Mehltau

Beim echtem Mehltau ist das erste Anzeichen das Bilden von blasenartigen Aufwölbungen bzw. kleine Unebenheiten an den Blättern. In weiterer Folge tritt der typische weiße, pulverartige Belag auf, der sich im späteren Verlauf bräunlich färbt und auch die Blattachsen und die Stängel befällt.

Da der echte Mehltau zu den häufigsten Pilzerkrankungen zählt, sollte man auch hier vorbeugend den Anbauraum und dessen Umgebung sauber und frei von Pflanzenresten halten. Eine gute Belüftung mit einem Ventilator, die Pflanzen regelmäßig beschneiden und von dichtem Blattwerk befreien sind ebenfalls Maßnahmen, die einen Befall verhindern können. Weiters sollte die Bewässerung verringert und eine Überdüngung mit Nährstoffen vermieden werden. Wichtig: Die Pflanzen immer bei Sonnenaufgang/beim Einschalten der Beleuchtung gießen.

Die Pflanzen können präventiv mit biologischen Fungiziden wie Kupfersalze oder Bordeuaxbrühe (gebrannter Kalk+Kupfersulfat) besprüht werden. Auch Auszüge aus Kamille, Knoblauch oder Schachtelhalm, die auf die Pflanzen gesprüht werden, haben eine antiseptische Wirkung.

Zeigen die Pflanzen jedoch bereits Anzeichen eines Befalls mit Pilzerkrankungen muss schnell gehandelt werden, da ein Befall den kompletten Grow vernichten kann. Pflanzen und deren Blüten, die von dem Pilz befallen sind, sind für den Konsum nicht mehr zu gebrauchen.

In der Blütephase empfiehlt es sich die befallenen Stellen mit einer Mischung aus Wasser und Milch (90/10) zu besprühen oder dem Sprühwasser einen Schuss Wasserstoffperoxid beizumengen. Eine weitere Sprühmischung: 2 TL Apfelessig auf 1 L Wasser

Der falsche Mehltau bildet weiße, gelbliche und rötlich-braune Flecken auf der Blattoberseite und graue bis grauviolette Geflechte auf der Unterseite. Er schädigt die Pflanze indem er ihr Nährstoffe entzieht.

Botrytis (Blütenfäule/Grauschimmel)

Eine weiterer Schimmelpilz, der der Pflanze Nährstoffe entzieht und sie töten kann. Eines der ersten Anzeichen einer Infektion ist braunes und feuchtes Gewebe, welches watteartig bis flauschig wirkt, sowie braun umringte helle Flecken auf den Blüten. Botrytis verbreitet sich am leichtesten bei feuchtem und kühlem Klima und ist schwer auszumachen, da er beginnend im Inneren der Blüten sich ausbreitet.

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Pilzerkrankung: Botrytis

Die befallenen Stellen müssen sofort sorgfältig entfernt und jeglicher Kontakt mit anderen Pflanzen vermieden werden.

Wie bei allen Krankheiten, die die Hanfpflanze befallen können, gilt auch hier vorbeugend die Pflanze zu stärken und auf ein gutes Klima zu achten.

Der Artikel „Pflanzenkrankheiten 2 – Schimmel und Pilze“ wurde im Juni 2020 veröffentlicht.

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