Growing mit Mini Budget: Der Fensterbank Grow

Growing mit Mini Budget: Der Fensterbank Grow

Growen mit wenig Geld und Mitteln

Einen Satz schreiben wir in unserem Cannabis Growing Tutorial absichtlich sehr oft: der Anbau von Cannabis ist einfach.
Die Hanfpflanze ist eine robuste Pflanze, die nicht sehr anspruchsvoll ist. Eine Hanfpflanze zum Wachsen zu bringen ist nicht sehr schwer. Die Kunst besteht darin, das gesamte Wachstumspotential der Pflanze zur Entfaltung zu bringen.

Growing mit Mini Budget: Der Fensterbank Grow zeigt den interessierten Leser, das man auch mit minimalen Mitteln zuhause am Fensterbrett, auf dem Balkon oder im Zimmer eine Pflanze wachsen lassen kann. Wenn man nicht das Optimum erwartet, und Spaß hat der Pflanze beim wachsen zuzuschauen, geht das auch ohne LED, Growschrank und Mega-Booster.

Was bedeutet Growing mit Mini Budget oder ein Fensterbank Grow?

Der ein oder andere hat die Begriffe Fensterbank Grow oder Growing mit Mini Budget schon einmal gehört. In diesem Artikel bleiben wir der Einfachheit halber bei dem Wort „Fensterbank Grow“. Es geht hierbei darum eine geringe Anzahl an Pflanzen, welche wie der Name schon sagt, auf der Fensterbank gezüchtet werden.

Beim growing mit Mini Budget werden die Pflanzen meist nicht sonderlich groß und daher ist der Ertrag eher gering bis moderat. Als Selbstversorger mit niedrigen Ansprüchen und geringem Verbrauch kann sich ein Fensterbank Grow als nützlich erweisen.

Auch wenn man sich dem Growing erst mal annähern will, bietet Growing mit Mini Budget einige Vorteile. Wer jedoch auf fette Ernte aus ist, der wird vom growing mit Mini Budget enttäuscht werden.

Wie(so) funktioniert der Fensterbank Grow?

Der Fensterbank Grow macht sich die Tatsache zunutze, dass die Cannabispflanze den Platz ausnutzt, der ihr zur Verfügung steht. Für gewöhnlich steckt sie die Energie in den ersten Tagen in die Bewurzelung. Dann geht sie in die Wachstumsphase über und steckt zeitgleich weiterhin Energie in die Bewurzelung, solange bis diese nicht mehr fortgesetzt werden kann.

Dieser Punkt ist dann erreicht, wenn ein Topf vollkommen durchwurzelt ist. Ab diesem Zeitpunkt steckt die Pflanze ihre Energie ausschließlich ins Wachstum der oberirdischen Pflanzenhälfte und später in die Blütenbildung.

Beim Fensterbank Grow wird mit sehr kleinen Töpfen gearbeitet, um sich diese Eigenschaft zunutze zu machen: in einem kleinen Topf stellen die Wurzeln bereits nach kurzer Zeit ihr Wachstum ein, da sie keinen Platz mehr zum weiter wachsen haben. Somit werden auch die Pflanzen nicht sonderlich groß und man kann sie gut auf eine Fensterbank oder einem anderen Platz nah am Fenster stellen.

Growing mit Mini Budget Fensterbank Grow
Growing mit Mini Budget: so startet jeder Grow einmal

Aufgrund der geringen Größe der Pflanzen reicht auch das Wurzelwerk aus, um die Pflanzen mit genügend Nährstoffen zu versorgen. Doch man sollte stets im Kopf behalten, dass Pflanzen mit einem so kleinen Wurzelwerk auch sehr empfindlich auf Überdüngung oder Überwässerung reagieren.

Auch wenn die Pflanzen klein bleiben, werden sie ihren gewohnten Zyklus durchleben und bei wenigen Lichtstunden in die Blüte gehen. Die Zeiten der Umstellung sind hier die gleichen wie Outdoor, da man die gleiche Lichtquelle benutzt.

Was ist zu beachten beim Fensterbank Grow?

Auch wenn der Fensterbank Grow vergleichsweise einfach erscheint, gibt es hier einige Dinge zu beachten, um das Maximum aus seinen Miniaturpflanzen herauszuholen. Gehen wir diese Punkte einmal durch.

Töpfe

Da wäre also die Wahl der Töpfe. Wie bereits oben erwähnt sollten die Töpfe möglichst klein und schlank sein aber dennoch standhaft, damit sie nicht mitsamt Pflanze umfallen können. Zu empfehlen ist daher einem Fassungsvermögen von ungefähr 2L. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, der kann Aeropots nutzen.

Diese Töpfe haben eine spezielle Form und viele Löcher in den Seiten, wodurch eine optimale Bewurzelung gewährleistet wird. In diesen Töpfen wachsen die Wurzeln bis aus den Löchern heraus und machen sofort eine Kehrtwende zurück in den Topf, sobald sie Licht ausgesetzt sind.

Anbaumedium

Als nächster wichtiger Punkt kommt das Anbaumedium, in der die Pflanzen gedeihen sollen. Am besten nutzt man eine bereits leicht vorgedüngte Erde. Auf zusätzlichen Dünger sollte besonders zu Beginn verzichtet werden. Zu viel Dünger könnte der Pflanze schaden, da sie nicht genug Wurzelmasse gebildet hat, um alle Nährstoffe verarbeiten zu können. Man sollte stets bedenken, dass nur 2L Erde zur Verfügung stehen.

Von Kokosfasern als Substrat ist aus zwei Gründen abzuraten: Sie trocknen zu schnell aus und man muss die Nährstoffversorgung selbst in die Hand nehmen, was selbst für Fortgeschrittene bei dieser geringen Pflanzengröße ein Geschicklichkeitsspiel werden kann.
Ansonsten gilt für die Erde das gleiche wie bei jedem Grow: Die Erde sollte feucht aber nicht nass sein und nur bei Bedarf gegossen werden.

Bewässerung

Womit wir bei der Bewässerung wären. Beim Fensterbank Grow sollte man die Feuchtigkeit der Erde am besten jeden Tag prüfen, insbesondere, wenn er in der Nähe einer Heizung stattfindet. Aufgrund der kleinen Töpfe kann weniger Wasser gespeichert werden. Besonders an sehr sonnigen, heißen Tagen können solche kleinen Gefäße schnell mal austrocknen. Es empfiehlt sich daher eine „halb automatische“ Bewässerung einzusetzen.

Die Rede ist von sogenannten „Bewässerungskugeln“ oder Wasserspeichern. Es handelt sich dabei um Stäbe aus Keramik oder Glas mit einer Kugel obendrauf. Diese wird mit Wasser befüllt, in die Erde gesteckt und gibt nach und nach Wasser in die Erde ab. Somit kann vermieden werden, dass die Erde komplett austrocknet.

Growing mit Mini Budget Fensterbank Grow
Growing mit Mini Budget: viel Licht gibt mehr Ernte

Welches Licht beim Growing mit Mini Budget?

beim Growing mit Mini Budget bedient man sich der gleichen Lichtquelle wie der Outdoor Grow, nämlich der Sonne. Aus diesem Grund kann man also auch beim Fensterbank Grow mit dem typischen Zeitfenster einer Cannabispflanze planen: Frühling bis Spätsommer Wachstum, Spätsommer bis Herbst Blüte. Die Blütephase kann etwas kürzer ausfallen, da die Pflanzen weniger Blütemasse zum Reifen haben als eine große Cannabispflanze.

Je nachdem wo die Pflanzen stehen, kann man sie noch mit einer Growlampe unterstützen. Das muss/sollte keine Indoorgrowlampe wie eine leistungsstarke MHL/NDL Lampe sein, sondern darf ruhig eine günstige Grow-LED aus dem Internet sein.

Die kleineren Pflanzen vertragen sowieso weniger Licht und es geht hauptsächlich darum, die erforderlichen Lichtstunden zu gewährleisten (Wachstum 18, Blüte 12 Stunden Licht). Wenn die Pflanzen sowieso genug Licht abbekommen, sollte keine Lampe eingesetzt werden. Denn man sollte bedenken, dass eine hell strahlende Lampe am Fenster Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann.

Bitte bedenkt auch das während der Ruhephase der Raum eigentlich komplett dunkel sein sollte. Pflanzen die am Fenster stehen, können von aussen noch Licht bekommen (Strassenlaterne/Reklame etc). Ihr könnt euren Pflanzen helfen wenn Ihr sie in der Nacht von der Fensterbank runter stellt.

Das Klima – Temperatur und Luft

Bei der Temperatur sollte man sich für gewöhnlich weniger Gedanken machen, wenn man seine Wohnung/das Zimmer einigermaßen konstant auf Raumtemperatur hält. An sehr sonnigen Tagen sollte man jedoch bedenken, dass es direkt hinter einer Fensterscheibe sehr heiß werden kann. Es besteht die Gefahr, dass die Erde oder gar die Pflanze austrocknen.

Daher sollte man so gut es geht an sonnigen Tagen das Zimmer lüften. Somit kommt nicht nur benötigter Sauerstoff an die Pflanzen: bei einer leichten Brise bewegen sich die Pflanzen hin und her und verstärken somit ihren Hauptstamm und die Seitentriebe. Doch Vorsicht, gerade in der Blütezeit riechen die Pflanzen sehr intensiv und könnten neugierige “Hobby-Polizisten” anlocken.

Auch beim Growing mit Mini Budget kann man über einen kleinen Ventilator nachdenken, der mehr Luftbewegung bringt und dafür sorgt, das die Pflanzen stabile Stengel bekommen. Geld für einen Aktivkohlefilter hat man beim Growing mit Mini Budget sicher nicht, macht auch nur Sinn in einem geschloßenen Raum/Schrank.

Growing mit Mini Budget Fensterbank Grow
Growing mit Mini Budget: aufpassen mit der warmen Heizung

Stealth-Faktor

Vom Lüften kommen wir allerdings zu einem der Nachteile des Fensterbank Grow: der Stealth-Faktor. Leider ist diese Art des Anbaus nicht gerade die beste für einen unbemerkten Grow. In die meisten Fenster, aus denen man herausschauen kann, kann man von außen auch hereinschauen.

Und je mehr man versucht die Sicht von Außen auf die Pflanzen zu verhindern, desto mehr klaut man ihnen das nötige Licht. Meist wird es dadurch auch nur noch auffälliger: ein dünner Vorhang mit pechschwarzer Cannabis-Silhouette oder eine Bambusmatte vorm Fenster ziehen Aufmerksamkeit auf sich.

Optimal sind Fenster, die in eine Richtung gehen, aus der niemand hineinschauen kann, z.B. wenn gegenüber ein See oder der eigene Innenhof ist. Doch grundsätzlich muss man sagen, ist diese Art des Anbaus mehr für Länder gedacht, in denen der Cannabis-Anbau legal ist.

Sorten

Wenn man sich nun für den Fensterbank Grow also fürs Growing mit Mini Budget entschieden hat, muss man sich nur noch für eine Sorte entscheiden. Dabei sollte man in den Strainbeschreibungen nach geringen Größen, kurzer Blütezeit und einfacher Handhabung Ausschau halten. Beispiele dafür wären “Royal Dwarf” oder “Easy Bud”.

Grundsätzlich kann man beim Fensterbank Grow zu “Automatics” raten. Automatic Strains sind ein kleines Wunderwerk der Natur. Ursprünglich kommen sie aus den weit nördlichen Regionen und tragen den Beinamen Ruderalis. Der größte Vorteil dieser Sorte ist es, dass sie nicht wie die normalen und feminisierten Pflanzen photoperiodisch wächst und blüht.

Normalerweise befindet sich eine Cannabispflanze Outdoor von Frühling bis Spätsommer in der Vegetationsphase und geht im Herbst in die Blüte. Das liegt an der Anzahl der Lichtstunden: im Sommer scheint die Sonne länger. Im Herbst sind es dann weniger Stunden und die Pflanze merkt, dass es dem Ende des Jahres zugeht. Dann erst steckt sie alle Energie in die Bildung und Reife ihrer Blüten.

Nicht so die Automatic Sorten: Sie haben eine innere Uhr, die ab der Keimung des Samens startet und dann ohne die Beeinflussung durch die Lichtstunden in einem bestimmten Zeitraum von Vegetations- zu Blütephase übergeht. Und das in einer beeindruckenden Geschwindigkeit von teilweise nur 50 Tagen vom Einsetzen des Samens bis zur Ernte. Das ist für den Fensterbank Grow vorteilhaft, da die Pflanzen voraussichtlich zu wenig Licht abbekommen und so auch bewölkte Tage gut verkraften.

Aus diesem Grund kann man für den Fensterbank Grow die Automatic Sorten nur wärmstens empfehlen, da es hier heißt: Einsetzen, gießen, abwarten, fertig!

Growing mit Mini Budget Fensterbank Grow
Growing mit Mini Budget: eher ein Mini-Grow

Für Experten: vom Growing mit Mini Budget zum Cannabis Bonsai

Eine ganz besonders interessante, jedoch auch schwer zu meisternde Variante des Growing mit Mini Budget ist der sogenannte Cannabis Bonsai. Fast jeder hat schon einmal einen Bonsai-Baum gesehen: kleine Miniaturbäume mit dicken Wurzeln, gebettet in eine kleine Schale mit Erde oder Steinen. Das Wort Bonsai kommt aus dem japanischen und steht für die Art den Baum bzw. die Pflanze klein und gesund zu halten.

Der Fensterbank Grow ist schon relativ nahe an dieser Wachstumsart dran, doch um einen Cannabis Bonsai zu growen benötigt man wie auch bei einem Bonsai-Baum sehr viel Geduld und Geschick. Die Cannabispflanze muss über eine sehr lange Zeit (mehrere Monate) in der Wachstumsphase gehalten und dabei trainiert werden.

Mit Training ist das Herunterbinden der Seitentriebe und das Abschneiden der Haupttriebe gemeint. Teilweise wird auch Mainlining genutzt, wobei die Seitentriebe durch Festbinden über die gesamte Breite des Topfes verteilt werden. Um diese “Verletzungen” zu heilen, benötigt die Pflanze die verlängerte Vegetationsphase.

Da solche Trainingsmethoden Erfahrung benötigen so bedürfen sie beim Cannabis Bonsai schon eine deutliche Expertise, was der geringen Größe und somit den größeren Risiken geschuldet ist. Zudem funktioniert dieses Vorhaben nicht mit den oben erwähnten Automatic Sorten, da sie deutlich empfindlicher auf Stress reagieren und teilweise ihr Wachstum ganz einstellen.

Das Ziel dieser Anbaumethode ist es eine starke, dickstämmige aber kleine Pflanze zu züchten, die, wenn sie dann in die Blüte geschickt wird, dicke und gehaltvolle Blüten hervorbringt. Schließlich hat sie ein stark und lange ausgebildetes Wurzelwerk.

Zudem bietet ein Cannabis Bonsai eine wunderbare Quelle für das Schneiden von Stecklingen.

Fazit: Growing mit Mini Budget

Grundsätzlich ist Growing mit Mini Budget eher etwas für Selbstversorger mit einem geringen bis moderaten Verbrauch. Man sollte stets alle oben genannten Faktoren im Auge behalten, dann kann man auch erfolgreich Cannabis auf der Fensterbank growen. Wer jedoch auf eine fette Ernte aus ist, sollte sich mit Indoor-Anbau in Zuchtzelten oder dem Outdoorgrow beschäftigen.

Eine weitere Alternative für’s Growing mit Mini Budget ist es sich selber einen Grow-Schrank zu bauen, oder mit diversen Mitteln zu improvisieren.

In seinem Artikel „Die 10 häufigsten Fehler beim Indoor Anbau“ hat Michael Knodt, besser bekannt als „Der Micha“, die ganze Erfahrung aus seiner Zeit als Growshop Mitarbeiter einfliessen lassen, lest den Artikel um wichtige Fehler zu vermeiden.

Das war alles! Auf diese Weise werden Deine Pflanzen zumindest überleben. Wenn Du wissen willst, wie Du das ganze Potential Deiner Pflanzen ausreizen kannst, dann lese auch unsere anderen Grow-Guides unter Grow & Seeds – Grow Guide!

Der Beitrag „Growing mit Mini Budget: Der Fensterbank Grow“ von Mr. Haze Amaze ist am 25. September 2020 erschienen. Er ersetzt den bisherigen Artikel „Einführung / Growing mit minimalem Budget“ vom 25. September 2014

Mr. Haze Amaze ist Autor vieler Grow und Cannabis Artikel und schreibt regelmäßig für verschiedene Print und online Cannabis Magazine

Bilder: Hanfseite.de – altes User-Forum