Sea of Green (SOG)

Sea of Green (SOG)

Anbaumethode:

Ein grünes Meer aus Blättern und oben auftreibend hunderte von Blüten – der Traum eines jeden Growers. Und tatsächlich ist so etwas umsetzbar, das Zauberwort lautet SoG bzw. Sea of Green. Dabei handelt es sich um eine in den Niederlanden entstandene Growtechnik, mit der man einen dichten mit Blüten besetzen Pflanzenteppich erzeugen kann.

Was ist ein SoG (Sea of Green)

Der Sea of Green oder auch SoG teilt sich einige Eigenschaften mit dem ScroG-Verfahren. Auch diese Methode ist darauf ausgelegt den verfügbaren Platz in einer Growbox vollständig auszunutzen und somit eine große Ernte zu erhalten.

Der große Unterschied im Vergleich zu ScroG ist, dass beim SoG sehr viele kleine Pflanzen in kleinen Töpfen und in sehr kurzer Zeit aufgezogen werden. Somit kann man mehrere Grows in einem Jahr durchführen.

Doch auch hier gilt es die Gleichmäßigkeit zu wahren: Alle Pflanzen sollten im Optimalfall die gleiche Höhe haben. Um dies zu erreichen, müssen kleine Töpfe genutzt werden, maximal sechs Liter. Dann muss man sich auf eine Sorte festlegen und am besten mit Stecklingen arbeiten, da diese am gleichmäßigsten wachsen.

Die Pflanzen werden gerade einmal 10-14 Tage in der Wachstumsphase belassen, bevor die Beleuchtung auf den Blütezyklus umgestellt wird. Somit bleiben diese Pflanzen sehr klein und werden in ihrer vollen Blüte oft nicht größer als 40-50 cm.

Auch Automatik-Sorten können verwendet werden, da sie ihren Wachstumszyklus genetisch bedingt schon sehr früh beenden. Mit diesen Pflanzen kann man auch Outdoor einen Sea of Green anbauen, was mit normalen Strains aufgrund der Beleuchtungsumstellung nicht möglich ist.

Wie auch beim Screen-of-Green ist das Hauptziel dieser Anbaumethode einen möglichst dichten grünen Teppich in der Growbox zu erzeugen. Dadurch erhöht sich die Beleuchtungsfläche und die Ernte fällt üppiger aus. Und das in kurzer Zeit, da die Wachstumsphase früh beendet wird.

Sea of Green SOG
Sea of Green SOG: viele Pflanzen stehen eng beieinander

Wie setzt man einen SoG um?

  1. Anschaffung von Stecklingen oder Samen der gleichen Sorte, sowie die passende Anzahl an kleinen Töpfen (4-6 l am besten quadratisch).
  2. Pflanzen nah beieinander aufstellen und immer etwas weiter auseinanderstellen, sobald sie breiter werden. Zu Beginn sollten sich die Pflanzen nicht berühren.
  3. Nach ca. 2 Wochen wird die Vegetationsphase beendet und auf Blüte-Beleuchtung umgeschaltet. Weiterhin die Pflanzen noch etwas auseinander gestellt lassen.
  4. Ca. 3-4 Wochen nach dem Umschalten auf die Blüte kann man die Pflanzen vorerst etwas beschneiden und näher zusammenstellen. (Auch hier kann Lollipopping betrieben werden).
  5. Nun die Blüte wie gewohnt fortsetzen, beenden und viele dicke Blüten ernten.

Vorteile von SoG

Erhöhte Lichtaufnahme

Bei einem Sea of Green hat man eine größere Fläche, welche beleuchtet wird und somit bei dieser Methode die Menge an Licht erhöht, die von dem Pflanzenmeer aufgenommen werden kann. Durch diese erhöhte Lichtaufnahme steigert sich nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Blüten.

Größere Erntemenge

Ein gut organisierter Sea of Green kann unglaublich ertragreich sein. Das kommt ganz einfach davon, dass es eine größere Anzahl an Pflanzen ist und jede von ihnen kann ihr volles Potenzial entfalten. Zudem ist es nicht so schlimm, wenn eine der Pflanzen schwächelt oder abstirbt. Man entfernt sie und kann dann einfach die restlichen wieder etwas enger zusammenstellen, um den grünen Teppich zu füllen. Auch der nächste Punkt spielt eine große Rolle in Bezug auf die Erntemenge.

Kurze Wachstumsphase

Eine kurze Wachstumsphase beim Sea of Green ist in vielerlei Hinsicht vorteilhaft. Man kann einige Wochen früher ernten, als bei einem normalen Grow und durch diese verkürzte Zeit von Keimling bis zur Ernte kann man mehrere Grows in einem Jahr absolvieren. Manche Grower arbeiten mit drei Zelten (Keim-/Wachstums-/Blüte-Zelt), um eine kontinuierliche Ernte zu erreichen.

Growing auf Ebenen

Manche Züchter gehen sogar so weit, dass sie die geringe Höhe der Pflanzen ausnutzen, um in einem bspw. 2m hohen Growschrank 2-3 Etagen einbauen auf denen jeweils ein kleiner SoG mit Lampe darüber angebracht ist. Im industriellen Sektor wird diese Methode auch häufig genutzt und mittels langer, hoher Regale mit mehreren Stockwerken realisiert.

Sea of Green SOG
Sea of Green SOG: weniger Verzweigungen und dafür fettere Hauptcolas

Nachteile von SoG

Anfälligkeit für Schimmel

Durch den dichten Bewuchs erhöht sich leider auch das Risiko für Schimmel. Das liegt schlichtweg daran, dass sich nach einer gewissen Zeit die Blätter der einzelnen Pflanzen überlappen und sich an diesen Stellen Schwitzwasser sammeln und Schimmel gedeihen kann.

Daher sollte immer für genügend Luftzirkulation und Entlaubung im späteren Growverlauf geachtet werden. Man sollte die Pflanzen wie oben erwähnt erst spät zusammenstellen.

Anfälligkeit für Schädlinge

Da die Töpfe und Pflanzen sehr nah nebeneinander stehen, können sich Schädlinge sehr rasant ausbreiten. Sie müssen keine langen Wege von einer zur nächsten Pflanze gehen/fliegen und finden somit ein gigantisches Buffet vor, um sich und ihre Larven zu versorgen.

Daher sollte stets auf Schädlingsbefall geachtet werden und sofort eine Gegenmaßnahme eingeleitet werden, sobald die ersten Anzeichen zu sehen sind.

Großer Pflegeaufwand

Wie man schon an den beiden ersten Punkten gemerkt haben könnte, kann es auch schnell zu einem Nachteil werden, wenn man eine große Anzahl an Pflanzen auf kleinem Raum anbaut. Denn jede einzelne von ihnen will umsorgt sein – und zwar gleichmäßig!

Wer hier nur per Augenmaß wässert, düngt oder beschneidet wird sehr schnell einige “Wellen” in seinem grünen See erzeugen. Jede Pflanze ist noch immer ein Individuum und wächst bei unterschiedlicher Pflege unterschiedlich gut/schnell/hoch. Daher ist es ratsam ein Bewässerungssystem zu nutzen.

Großer Anbauraum nötig

Man kann einen SoG zwar in einer Growbox oder eher einem Growzelt definitiv durchführen. Allerdings benötigt man schon ein ziemliches großes Zelt oder besser noch einen ganzen Raum, wenn man einen “richtigen” Sea of Green anbauen möchte.

So ein großes Zelt kann schon eine Stange Geld kosten und den Platz dafür benötigt man auch. Zudem kommt der folgende Nachteil hinzu, der bei der Bepflanzung eines größeren Zeltes schnell zu einem großen Problem werden kann.

Verdacht auf Plantage

Insbesondere in Ländern, in denen der Cannabis-Anbau grundsätzlich untersagt ist, kann ein Sea of Green von der Justiz schnell als eine Plantage gewertet werden. In diesem Fall werden die meisten Anwälte daran verzweifeln, den Richter von “Eigenbedarf” zu überzeugen.

Vor Gericht zählt oft nicht die Größe, der THC-Gehalt oder das Wachstumsstadium der Pflanzen. Es ist die Anzahl, die in den häufigsten Fällen ausschlaggebend ist und da hat man mit einem SoG ganz schlechte Karten.

Sea of Green SOG
Sea of Green SOG: mehr Ertrag auf kleiner Fläche

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Sea of Green Methode sehr gut geeignet ist, wenn man den Platz in seiner Growbox maximal ausnutzen will oder eine kontinuierliche Versorgung anstrebt. Outdoor ergibt diese Anbaumethode nur mit Automatik-Sorten Sinn, ist aber nicht unbedingt zu empfehlen. Indoor sollte man jedoch stets auf eine ausreichende Luftzirkulation und die korrekte Positionierung seiner Lampen achten, da der Ertrag sich sonst schnell reduziert.

Man sollte nicht gleich seinen ersten Grow mit dieser Anbau-Variante starten. Sie bedarf sehr viel Platz und Erfahrung darin viele Pflanzen gleichzeitig zu versorgen. Es passiert schnell, dass sich in einem Sea of Green Schimmel bildet und bei unachtsamen Growern innerhalb von wenigen Tagen das gesamte Growvorhaben zunichtemacht. Genau so kann die falsche Positionierung der Lampe die Pflanzen ungleichmäßig wachsen.

Man tut also gut daran, sich an dieser Methoden erst nach einigen erfolgreichen Grows zu versuchen, um seine Erträge zu maximieren und ein beeindruckendes grünes Meer zu züchten.

Der Artikel „Sea of Green (SOG)“ ist am 28. Oktober 2020 erschienen.

Mr. Haze Amaze ist Autor vieler Grow und Cannabis Artikel und schreibt regelmäßig für verschiedene Print und online Cannabis Magazine

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