Growen in Töpfen: Tipps & Trends

Growen in Töpfen: Tipps & Trends

Brauche ich spezielle Töpfe für den Anbau von Cannabis?

Das wichtigste „Organ“ einer Pflanze sind ihre Wurzeln. Damit eine Pflanze gut gedeiht und genügend Nährstoffe aufnehmen kann, müssen unter anderem die Wurzeln vor Licht geschützt sein. Wenn die Pflanze nicht gerade in den Erdboden wurzelt, brauchst du einen Behälter, der den Wurzeln ausreichend Dunkelheit bietet. Im Grunde könntest du ganz gewöhnliche Blumentöpfe aus dem Baumarkt verwenden. Jedoch gibt es noch einiges zu berücksichtigen, bevor du deine Cannabispflanzen in die passenden Pflanzbehälter einsetzen kannst.

Welche Umgebung brauchen die Wurzeln deiner Cannabispflanze?

Einen wichtigen Punkt haben wir bereits erwähnt, das ist die Dunkelheit. Weiters sollten die Wurzeln nie austrocknen, allerdings auch nicht in Wasser stehen, denn sonst kann es zu Pilzerkrankungen kommen. Die Töpfe sollten demnach über genügend Löcher im Boden verfügen, wo das Wasser abrinnen kann, sogenannte Drainage-Löcher.
Die Wurzeln brauchen viel Sauerstoff, um ein gesundes Wurzelsystem ausbilden zu können, damit sie die vorhandenen Nährstoffe aufnehmen können und die Pflanze dadurch schneller wächst.

Growen in Töpfen: Drainage-Löcher
Vierkanttopf: Drainage-Löcher

Vorüberlegungen:

Wieviel Raum habe ich zur Verfügung? Wie groß sollen die Pflanzen werden? Rechteckige oder runde Töpfe? Wie ist das Klima? Baust du das Cannabis Indoor oder Outdoor an? Ziehst du vom Samen oder hast du einen Steckling, der eingesetzt werden soll? Sollen die Pflanzen umgetopft werden? Wie lange ist die Wachstumsphase? Und wie lange die Blütephase? Müssen die Pflanzen öfters bewegt werden? Willst du die Töpfe mehrmals verwenden? Aus welchem Material sollen die Töpfe sein?

Um den Platz in einem Anbauzelt optimal zu nutzen, empfiehlt es sich zu rechteckigen, dünnen Pflanzbehältern aus Kunststoff zu greifen, die sich gut nebeneinander platzieren lassen. Wenn du so viele Pflanzen wie möglich auf kleinstem Raum unterbringen willst, weil du der Ansicht bist, dass du somit deinen Ertrag steigern kannst, sind Vierkanttöpfe aus Kunststoff für dich die erste Wahl.

Sollte Platz für dich keine Rolle spielen und du nicht zur Massenpflanzenhaltung neigst, würde ich einen runden Pflanzbehälter verwenden, da die Erde weniger schnell austrocknet und besser durchwurzelt wird. Wie du bereits erfahren hast, ist ein gesundes Wurzelsystem entscheidend für die Gesundheit deiner Pflanzen. Demnach sollte der/die AnbauerIn den Pflanzbehälter und in Folge das Medium, in dem die Wurzeln wachsen, mit Bedacht auswählen.

Growen in Töpfen: Stofftöpfe
Growen in Töpfen: Stofftöpfe

Für einen guten Sauerstoffaustausch empfehle ich Pflanzbehälter aus Stoff. Die sogenannten Smart Pots sind recyclebar, extrem leicht, einfach zu lagern und können für mehrere Anbau-Durchgänge eingesetzt werden. Es gibt sie auch mit Henkel für ein einfacheres Bewegen der Pflanze. Die Smart Pots zeichnen sich dadurch aus, dass sie Kreiswurzelwachstum verhindern. Das Wachsen der Wurzeln im Kreis führt zu einer Verdichtung des Wurzelsystems und zur Beeinträchtigung der Nährstoffaufnahme, was dazu führt, dass das Wachstum der Cannabis-Pflanze eingeschränkt wird. Bei den Smart Pots werden die Wurzeln am Rande des Stofftopfes durch Luft beschnitten, was die Bildung von neuen Wurzeln anregt, wodurch ein gesundes Pflanzenwachstum gefördert wird.

Auch Air-Pots lassen durch ihre Öffnungen viel Sauerstoffaustausch zu. Die Pflanzbehälter sind aus Kunststoff gefertigt und lassen sich flach lagern. Und weil Pflanzbehälter, die einen höheren Sauerstoffaustausch zulassen, gerade für Gebiete oder Räume mit großer Hitzeentwicklung vorteilhaft sind, da es zu einer Kühlung des Mediums kommt, werden sie immer beliebter. Beachte jedoch, dass durch den gesteigerten Sauerstoffaustausch das Medium schneller austrocknet und du häufiger gießen musst.

Ein weiterer Vorteil beider Pflanzbehälter ist, dass überschüssiges Wasser sofort nach außen tritt und es somit zu keiner Überwässerung kommen kann. Smart und Air Pots solltest du daher besser auf Untersetzer stellen.

Growen in Töpfen: Air Pots mit Untersetzern
Air Pots mit Untersetzern

Tontöpfe wären aus ökologischer Sicht noch zu empfehlen, kommen allerdings eher selten im Cannabisanbau zum Einsatz. In erster Linie weil sie sehr schwer sind und wie alle atmungsaktiven Stoffe die Erde sehr schnell austrocknen lassen.

Wenn du dich für eine Art Pflanzbehälter entschieden hast, stellt sich als nächstes die Frage wie groß sollen die Töpfe sein?

Ausgangspunkt hierfür ist die Größe der Pflanze. Wie groß kann bzw. darf deine Hanfpflanze werden? Was schreibt die Genetik vor? Wenn du eine kleinwüchsige Cannabissorte mit einer kurzen Blütezeit hast und diese auf engem Raum indoor kultivieren möchtest, wird ein kleineres Volumen passend sein. Hier reichen Töpfe mit einem Volumen von 5-10 Litern. Hast du jedoch genügend Platz, vielleicht sogar irgendwo outdoor und willst mehr von dem genetische Potential deiner Pflanze ausschöpfen, dann empfiehlt sich ein großes Volumen. Wir sprechen hier von 20-25 Liter großen Behältern und aufwärts.

Stofftöpfe verschiedene Größen
Stofftöpfe verschiedene Größen

Bei Autoflowering Sorten verhält es sich ein wenig anders. Diese Genetik ist nicht lichtabhängig und beginnt nach einer gewissen Zeit nach der Keimung automatisch an zu blühen. Hier solltest du beachten, dass jeglicher Stress wie Umtopfen oder eine Überwässerung bei zu großen Töpfen vermieden werden sollte, da sie keine Zeit hat sich zu erholen. Daher pflanze deine Autoflowering Pflanze in einen mittelgroßen Topf, aber auch nicht zu klein, damit du sie nicht mehr umtopfen musst. Ein Volumen von 10-15 Litern ist hier optimal. Achte bei der Bewässerung zu Beginn, dass du sie nicht zu viel gießt.

Diese Angaben zur Größe beziehen sich zunächst auf Cannabis-Stecklinge, die ihre Wachstumsphase mehr oder weniger hinter sich haben. Solltest du vom Samen ziehen, kannst du natürlich ebenfalls in einem großen Topf, deinem Endtopf, beginnen und dir und deinen Pflanzen den Stress des Umtopfens ersparen. Das Wachstum wird zu Beginn eventuell verlangsamt sein, aber diesen Nachteil hat man beim Umtopfen genauso.

Ansonsten beginnst du mit dem Keimen der Samen und für die erste Wachstumsphase in kleineren Töpfen gefüllt mit Anzuchterde, diese können zum Beispiel ein Volumen von 1,55 Litern haben. Wichtig sind die Drainage-Löcher und das kein Licht zu den Wurzel kommt.

1.55 L Anzuchttöpfe
1.55 L Anzuchttöpfe

Weitere Varianten zur Keimung von Samen sind Anzuchtwürfel, sogenannte Eazy Plugs, oder Jiffys (Torfquelltöpfe). Wenn die ersten Wurzeln sichtbar werden und sich bereits 3-4 Blattpaare gebildet haben, ist deine Pflanze bereit umgetopft zu werden.

Ein Grundgedanke ist, dass ein ausreichend großer Topf genügend Wasser und Düngemittel speichern kann, weiters breiten sich die Wurzeln der Pflanze besser aus und ein gesundes Bodenleben entsteht. Was zur Folge hat, dass deine Hanfpflanzen dir viel Freude schenken werden.

Und wenn es dann darum geht gute Erde in die Töpfe zu füllen, empfehlen wir Kanamu Pacha, die erste zertifizierte Erde für den medizinischen Cannabis Anbau!
Ein Artikel von der Grow-Expertin Amelie Proché von der Bulb CBD Werkstatt – Mai 2020