Canopy Growth schließt Betrieb in Dänemark

Canopy Growth schließt Betrieb in Dänemark

Canopy Growth entläßt Mitarbeiter in der EU und USA

Wie ein Unternehmenssprecher von Canopy Growth mitteilte, wird der kanadische Cannabiskonzern Mitarbeiter entlassen. Seit einem Jahr befindet sich Canopy Growth in einem Prozess der Kostenminimierung und Einsparungen.

Wie es von Unternehmensseite heißt, sollen insgesamt 75 Mitarbeiter in Nordamerika betroffen sein, davon die meisten Mitarbeiter am Stammsitz der Firma in Smiths Falls, Ontario, Kanada.

Weitere 60 Arbeitsplätze stehen auch in Dänemark zur Disposition. Hanfseite geht davon aus, daß damit der erst 2017 gegründete Betrieb Spectrum Cannabis Denmark ApS gemeint ist, ein Joint Venture zwischen Canopy Growth und der Danish Cannabis ApS in Odense. Dort befindet sich eine insgesamt 40.000qm2 große Produktionsfläche.

Canopy Growth
medizinisches Cannabis von der Canopy Growth Tochter Tweed

Die Pläne des Unternehmens sehen vor, den Betrieb der Anlage in Dänemark zu beenden, sagte der Sprecher des nternehmens am Dienstag. Die potenziellen Kürzungen dort sind aufgrund einer Besonderheit des dänischen Rechts nicht unmittelbar, da Unternehmen über einen Zeitraum von mehreren Monaten einen Insolvenzverwalter hinzuziehen müssen, um ausstehende Forderungen von Gläubigern zu bearbeiten und Geschäftskonten zu schließen.

Hanfseite hatte schon vor einem Jahr darüber berichtet, das es zuviele Produktionsflächen und -stätten gibt, die nicht oder nur Teilweise genutzt werden, und für die Käufer gesucht werden, und das obwohl die Verkaufszahlen generell steigen.

Canopy Growth schließt Odense nach nur 5 Jahren

Die Mitarbeiter in der dänischen Produktionsstätte sollen laut Aussage des Sprechers über den Vorschlag informiert worden sein, den Betrieb an diesem Standort einzustellen, da das Unternehmen in der Lage ist, die weltweiten medizinischen Märkte mit den aktuell bestehenden kanadischen Produktionsstandorten zu bedienen, so der Sprecher.

Jens Markussen, der seit 2018 als Leiter des Unternehmens in Dänemark tätig war, ist schon nicht mehr mit an Bord. Wie Markussen am Dienstag mitteilte, hat er eine neue Aufgabe als Produktionsleiter bei DanCann Pharma A/S, einem anderen dänischen Hersteller von medizinischem Cannabis.

Die aktuelle Entlassungsrunde in den USA und Europa, markiert die letzte Überprüfung der Geschäftstätigkeit des Unternehmens durch Chief Executive Officer David Klein. Seine Überprüfung begann vor etwa einem Jahr und führte zur Entlassung von etwa 1.000 Mitarbeitern weltweit, während eine Reihe von kanadischen, britischen und US-amerikanischen Produktionsstätten und Büros als Teil eines Plans zur Reduzierung der globalen Operationen geschlossen wurden.

Canopy Growth
Die Produktionstätte von Canopy Growth in Odense

Canopy Growth war zusammen mit Aurora Cannabis in der Zeit von 2015 bis 2020 extrem aggressiv unterwegs, was den Ankauf von Indoor-Produktionstätten, Gewächshäusern und Land betrifft. Es wurde so ungefähr alles gekauft, wo ein Spaten in der Erde stecke und das zu Preisen und Konditionen, die auch damals schon sehr viel Kritik von Experten bekommen haben. Finanziert wurde das alles mit geliehenem Geld und durch die Ausgabe von Aktien. Sehr zum Schrecken der schon investierten Anleger, die dadurch eine Verwässerung des Buchwertes Ihrer Aktien hinnehmen mussten.

Schon damals hat keiner verstanden, was man mit soviel Fläche machen soll, den schon sei 2017 wird mehr medizinisches Cannabis produziert, als bis heute weltweit verbraucht wird. Und die Konkurrenz schläft ja nicht, in Afrika, Südamerika, ja schon in Südeuropa kann man kostengünstig unter freiem Himmel anbauen und so billiger produzieren. Die Zukunft wird es zeigen…

Canopy wird natürlich auch weiterhin den europäischen Markt für medizinisches Cannabis beliefern – insbesondere Deutschland, wo eine Tochtergesellschaft das in Canopys kanadischen Anlagen produzierte Marihuana vertreiben wird, sagte der Sprecher. Das Geschäft mit Europa ist für Canopy Growth sehr lukrativ, und hilft die amerikanischen Anlagen auszulasten.

Erst vor kurzem haben wir daüber berichtet, wie Canopy Growth und Ihre Tochterfirma Tweed versuchen gemeinsam auf die kanadische Regierung Druck auszuüben, um die vorhandenen öffentlichen Abgabestellen für medizinisches Cannabis, die Dispensaries, schließen zu lassen. Ziel ist es, daß die Patienten nur noch online bei Canopy Growth einkaufen sollen, das ist Raubtier-Kapitalismus der üblen Art, einfach wiederlich.

Der Artikel „Canopy Growth schließt Betrieb in Dänemark“ ist am 12. März 2021 erschienen.

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Bilder: Tampe Media