Freeport unter Druck wegen Freizeit-Cannabis

Freeport unter Druck wegen Freizeit-Cannabis

2 Cannabis-Produzenten setzen die Stadt Freeport unter Druck, den Anbau von Freizeit-Cannabis zu erlauben.


Schon vor mehreren Monaten hatten die beiden in Freeport, Maine ansäßigen Produzenten von medizinischem Cannabis, Peter Ingram und David Stephenson beim Stadtrat um die Erlaubnis für den Anbau von Freizeit-Cannabis (engl. Recreational Cannabis), also Cannabis für den normalen Konsum ohne Rezept vom Arzt, gebeten.

Der Stadtrat von Freeport hat eine Entscheidung dazu im Januar vertagt und sich dafür entschieden zu warten, bis der amerikanische Staat neue Regeln zu Cannabis auf Bundesebene erläßt. Solange wollen die zwei Produzenten aber nicht warten und drängen die Stadt nun zu einer Entscheidung. Am Dienstag wandten sich die Besitzer dieser Einrichtungen an den Stadtrat und baten darum, den Entscheidungsprozess jetzt schoneinzuleiten, um den Anbau von Freizeit-Cannabis möglichst bald zu erlauben.

Freizeit-Cannabis
Freeport unter Druck wegen Freizeit-Cannabis, aktuell wird dort nur medizinisches Cannabis angebaut

„Ich hoffe, dass ich mein Geschäft hier behalten kann, aber ich werde wahrscheinlich in eine andere Stadt umziehen müssen … wenn Freeport nicht sofort eine Verordnung erlässt, die den lizenzierten Anbau von Freizeit-Cannabis für Erwachsene ermöglicht“, sagte David Stephenson, der seit 2017 eine medizinische Marihuana-Anlage in Freeport besitzt.

Während Marihuana im Bundesstaat Maine grundsätzlich legal ist, können es die Gemeinden selber entscheiden ob Sie den Anbau und Verkauf von Freizeit-Cannabis erlauben, und individuelle Regeln zur Regulierung von Freizeit-Cannabis aufstellen, was Freeport aber bisher nicht getan hat.

„Das ganze Cannabis Programm wird sich sehr bald drastisch ändern“, sagte Peter Ingram, der seit 2017 auch medizinisches Cannabis in Freeport anbaut. „Wir erwarten, dass noch im Frühjahr die aktuellen Regeln, die gerade in Augusta diskutiert werden … das medizinische Programm einschränken wird, und gleichzeitig das Programm für den Anbau und Konsum von Freizeit-Cannabis ankurbeln würde.“

Freizeit-Cannabis
Freeport unter Druck wegen Freizeit-Cannabis

Der Rat der Stadt Freeport hatte den Anbau von Freizeit-Cannabis im Januar 2020 diskutiert, aber dann beschlossen, solange zu warten, bis der Staat die neuen Cannabis Gesetzte auf Bundesebene verabschiedet hat. Auch um zu sehen, wie die anderen Gemeinden mit den Unternehmen umgehen. Inzwischen, so Ingram, haben sich schon über 60 Gemeinden dafür entschieden, und Dutzende von Cannabis-Betrieben bauen jetzt Freizeit-Cannabis in den Städten und Gemeinden rund um Freeport an.

Laut Stadtverordneten Peter Joseph verdient Freeport aufgrund des fehlenden Cannabis-Lizenzierungsverfahrens nichts außer der Grundsteuer an den beiden Anlagen. In der Rats-Sitzung sagten sowohl Ingram als auch Stephenson, dass sie nicht vorhaben, von Freeport aus Cannabis zu verkaufen oder ein Einzelhandelsgeschäft in der Stadt zu eröffnen. Weder Stephenson noch Ingram konnten am Mittwoch für weitere Kommentare erreicht werden.

Freeport unter Druck wegen Freizeit-Cannabis
Freeport ist eine gemütliche Kleinstadt an der Küste von Maine, mit Wüsten ähnlicher Umgebung

Laut dem Vorsitzenden des Stadtrats, John Egan, wird das Thema nun vom Stadtrat behandelt werden, obwohl ein genauer Zeitrahmen noch nicht feststeht. „Ich erkenne die Dringlichkeit mit den aktuellen sich ändernden staatlichen Regeln und in Bezug auf das, was mit der Industrie passiert,“ sagte Egan in der Sitzung.

Im Dezember berichtete der Portland Press Herald, dass Marihuana die wertvollste Kulturpflanze in Maine ist, und gab an, dass die Verkäufe im Jahr 2020 insgesamt 266,2 Millionen Dollar betrugen, im Vergleich zu 109,2 Millionen Dollar im Jahr 2019. Zum Vergleich: 2019 lag der Gesamtumsatz für Kartoffeln – eine Kulturpflanze, die oft mit Maine in Verbindung gebracht wird – bei $184,1 Millionen.

Der Artikel „Freeport unter Druck wegen Freizeit-Cannabis“ von Mark Ricketts ist am 24. März 2021 erschienen

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