Homegrowing wird in Italien legalisiert

Homegrowing wird in Italien legalisiert

Parlament erlaubt Homegrowing von 4 Cannabis Pflanzen

Homegrowing, der Eigenanbau von Cannabis wird in Italien legalisiert, nachdem die Abgeordneten am Mittwoch dem 8. September 2021 darüber beraten haben. Die Reform entkriminalisiert den Anbau von bis zu vier Cannabispflanzen für den persönlichen Gebrauch. Damit ist Italien nun eines der ersten europäischen Länder, das Cannabis für den Freizeitgebrauch entkriminalisiert, und Indoor oder Outdoor-Homegrowing von Cannabis erlaubt.

Homegrowing wird in Italien legalisiert
Homegrowning unter italienischer Sonne

Zu Weihnachten 2019 überraschte das Oberste Gericht in Rom die Menschen mit der Ankündigung zukünftig den privaten Cannabis-Anbau nicht mehr zu verfolgen und zu bestrafen, wenn es sich um kleine Mengen für den privaten Gebraucht handelt. Die Meldung hat national und international für Aufsehen gesorgt. Was unklar war damals, und was durch das gestrige Urteil nun klar ist, was bedeutet eine „kleine Menge“.

Italien wird Homegrowing im kleinem Maßstab zu Hause erlauben, nachdem der Justizausschuss des Unterhauses am Mittwoch eine Reform verabschiedet hat. Mit der Reform wird der Anbau von bis zu vier Cannabispflanzen zu Hause entkriminalisiert. Allerdings werden auch die Strafen für Straftaten im Zusammenhang mit dem Handel mit Cannabis verschärft, wobei die Höchststrafe von sechs auf zehn Jahre erhöht wird.

Die Reform, die vom italienischen Abgeordneten Riccardo Magi vorgeschlagen wurde, macht Italien zu einem der ersten Länder in Europa, das Homegrowing von Cannabis für den Eigengebrauch entkriminalisiert; Spanien und die Tschechische Republik erlauben ebenfalls das Homegrowing von bis zu fünf Pflanzen zu Hause.

Diese Reform kommt fast zwei Jahre nach einem bahnbrechenden Urteil des Obersten Gerichtshofs Italiens aus dem Jahr 2019, das den Eigenanbau von Cannabis in kleinem Umfang für legal erklärte.

Homegrowing wird in Italien legalisiert

Das Urteil wurde am 19. Dezember 2019 gefällt, blieb aber bis eine Woche später unbemerkt, als inländische Nachrichtenagenturen darüber berichteten und sofort eine schwelende politische Debatte über den Cannabiskonsum in Italien anheizten.

Es löste Forderungen nach einer weiteren Legalisierung von Befürwortern des Kiffens und Wut bei den Konservativen des Landes aus.

Im Vereinigten Königreich ist der Heimanbau nach wie vor illegal, ebenso wie der Besitz, der Verkauf oder die Verteilung der Droge, wobei Zuwiderhandelnde mit einer Geldstrafe von bis zu 2.500 Pfund und fünf Jahren Gefängnis rechnen müssen.

Jüngste Zahlen des Innenministeriums zeigen, dass die Polizei täglich 358 Cannabis-Beschlagnahmungen durchführt, was einem Anstieg von 21 Prozent gegenüber 2019 entspricht.

Homegrowing wird in Italien legalisiert

Cannabis war die am häufigsten gefundene Droge bei polizeilichen Durchsuchungen, wobei in den 12 Monaten bis Ende März 2020 bei 71 Prozent aller Drogenbeschlagnahmungen in England und Wales Mengen gefunden wurden.

Im Jahr 2018 wurde jedoch medizinisches Cannabis im Vereinigten Königreich legalisiert, und einige Abgeordnete haben sich für einen ähnlichen Schritt wie in Italien ausgesprochen, der auf eine Entkriminalisierung abzielt.

In den USA ist Cannabis inzwischen in einem Drittel aller US-Bundesstaaten legalisiert worden, wobei Virginia, New Mexico und Connecticut die jüngsten sind, die Cannabis für den Freizeitgebrauch legalisiert haben.

Der Artikel „Homegrowing wird in Italien legalisiert“ ist am 10. September 2021 erschienen.