Cannabis Anbau – Vom Samen bis zur Pflanze

Cannabis Anbau – Vom Samen bis zur Pflanze

Cannabis Anbau ist im Grunde recht simpel. Die Pflanzen sind relativ pflegeleicht, wachsen unter den richtigen Bedingungen sehr schnell und lediglich im Endergebnis machen sich die Feinheiten in der Pflege dann wirklich bemerkbar. Auch Anfänger und Menschen ohne grünen Daumen können hier mit ein bisschen Geduld und Konzentration zum gewünschten Ergebnis kommen, ohne dass es dafür (zwingend) viel bräuchte. Dieser Artikel liefert einen groben Überblick, was zum Anbau benötigt wird und wie er möglich ist.

Draußen oder drinnen anbauen?

Zunächst stellt sich für den Anbau die Frage: möchtest Du draußen oder drinnen anbauen?
Die Cannabispflanze benötigt vor allem eins: Sonnenlicht. Verfügst Du also über einen Balkon mit Südausrichtung, kann es auch hierzulande gelingen, an der frischen Luft eine Cannabispflanze gedeihen zu lassen. Natürlich nicht im Winter, aber im Sommer ist das kein Problem. Die Bodentemperatur sollte dabei nur nicht unter 15 Grad Celsius fallen, denn die Cannabispflanze ist sehr frostempfindlich. Die vorgezogenen Stecklinge können dann ab Mitte Mai in den Topf auf den Balkon oder auch direkt in die Erde im Garten gesetzt werden – denn auch das ist möglich. Orientierung bieten hier wie bei etlichen anderen Gewächsen die Eisheiligen.
Erfahre hier mehr zum Outdoor Growing.

Drinnen wird für den Anbau meist eine Grow Box verwendet. Diese bietet Dir gegenüber dem Anbau im Freien einige Vorteile:

  • Dank UV Lampen in der Box bist Du nicht an Jahreszeiten gebunden.
  • Über integrierte Kohlefilter werden extreme Gerüche gefiltert.
  • Dank der sterileren Umgebung wird Schädlingsbefall unwahrscheinlicher.
  • Perfekte Kontrolle über klimatische Bedingungen ist möglich.
  • Durch die künstlichen und steuerbaren Bedingungen in der Box wächst Deine Pflanze potenziell schneller.

Dafür sind die Kosten für den Anbau in einer Box entsprechend höher, da einiges an Equipment gekauft werden muss, bevor es losgehen kann. Auch den Platzverbrauch und den Geruch (trotz Filter) im Innenraum sollte man hierbei nicht unterschätzen. Zum Indoor Anbau findest Du hier mehr.

Der einfache Anbau draußen, vielleicht sogar mit rein biologischen Mitteln, ist selbstverständlich der natürlichste und einfachste Weg. Für die Variante in der Box benötigst Du viel Zeit, Geld und Platz.

Verschiedenste mögliche Methoden zum Anbau

Cannabis kann auf sehr verschiedene Arten und Weisen angebaut werden. Nebst der Unterscheidung zwischen drinnen und draußen gibt es beispielsweise die Frage nach dem Medium: Du kannst Cannabis klassisch in Erde einpflanzen, als Hydrokultur betreiben oder auch etwa in Kokos oder einer speziellen Steinwolle pflanzen.

Durch gezieltes Pflanzentraining kannst Du zudem die Dicke der Stämme, Wurzeln und Co. beeinflussen und somit auch das Ernteergebnis am Ende. Solches Pflanzentraining, bei dem Du zum Beispiel zu einer bestimmten Phase immer wieder durch Abbinden bestimmte Formen erzielen zu versuchst, ist allerdings komplizierter und nicht für Anfänger geeignet. Hier findest Du mehr zu Anbaumöglichkeiten und Pflanzentraining.

Wahl der richtigen Sorte zum Cannabis Anbau

Autoflower oder feminisierte Sorten

Grundsätzlich sind sogenannte Autoflower Samen oder Automatic Samen für Anfänger das Leichteste. Diese blühen automatisch und ohne menschliches Zutun. Bei naturbelassenen Cannabis Samen gibt es, ähnlich wie bei vielen anderen Pflanzen, männliche und weibliche Pflanzen. Die weiblichen sind es, die, wenn sie nicht von einer männlichen Pflanze befruchtet wurden, am Ende die Cannabinoide wie THC und CBD produzieren, welche dem Konsumprodukt die Wirkeigenschaften geben.
Möchtest Du also auf dieses Endprodukt nicht verzichten, müssen es sogenannte feminisierte Samen sein.

THC und CBD Gehalt

Die Konzentration der Inhaltsstoffe kann stark variieren. Die Bedingungen beim Anbau spielen dafür eine große Rolle, aber auch die Sorte, die zunächst in Samenform oder als Steckling gekauft wird. Viele Züchtungen heutzutage sind hoch potent, während man auch bewusst milder wirkende Sorten finden kann.

Mehr zur Wahl der Samen findest Du in diesem Samenguide.

Was wird zum Cannabis Anbau drinnen benötigt?

Draußen im Freien benötigst Du kaum etwas; ein Blumenbeet, die vorgezogenen Stecklinge und eine Gießkanne sowie etwas Dünger reichen zunächst aus. Auf dem Balkon kommt natürlich noch ein Topf hinzu.

Für eine Growbox benötigst Du dann mindestens ein bisschen mehr:

  • Die Box selber
  • Wärmelampen
  • Ein Belüftungssystem
  • Ventilator zur Luftzirkulation
  • Filtersystem mit Aktivkohle
  • Sensorik zum Messen der Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Co.
  • Zeitschaltuhren
  • Ggf. pH-Messstreifen
  • Töpfe
  • Erde
  • Dünger
  • Gießkanne & Schere

Mehr über die Ausstattung der Growbox findest Du in diesem Artikel unten.

Der Anbau

Keimung der Cannabis-Samen

Alles beginnt damit, die Samen keimen zu lassen. Hierfür existieren diverse mögliche Methoden. Wir zeigen Dir hier zunächst die einfachste und vielleicht verbreitetste:

  • Nutze zunächst Handschuhe oder eine Pinzette.
  • Nimm Dir ein Stück Küchenrolle und platziere es in einer kleinen Schüssel oder zum Beispiel auf dem kleinen Unterteller einer Teetasse.
  • Feuchte nun das Stück Papier mit frischem Wasser an.
    Es sollte feucht, aber nicht nass sein.
    Ein Wasserzerstäuber erleichtert das.
  • Platziere nun den oder die Samen auf dem Stück Papier.
    Lasse etwas Platz zwischen den Samen, wenn Du gleich mehrere keimen lassen willst.
  • Nach oben hin müssen sie nun abgedeckt werden.
    Das geht mit einem kleinen Teller, aber auch Frischhaltefolie, die man leicht perforiert, eignet sich.
  • Das Ganze stellst Du nun in einen dunklen aber warmen Ort.
    20-25 Grad Celsius sollte es haben, damit der Keimungsprozess funktioniert.

Einpflanzen der Keimlinge

Schaue Dir die Keimlinge nun alle paar Tage an und sobald Du eine kleine, weiße Wurzel erkennst, bist Du am Zwischenziel. Wenn Du Dich für Erde als Trägermedium entschieden hast, kannst Du nun ein kleines Loch von etwa ein bis zwei Zentimeter mit einem Stift in die Erde drücken. In dieses platzierst Du den Samen und überdeckst ihn sanft und locker mit Erde. Achte auch hierbei auf Sauberkeit, da der Keimling noch immer empfindlich ist.

Für die nächsten Tage solltest Du nun die Oberfläche um den Keimling feucht halten. Nutze auch hier ruhig wieder den Zerstäuber, um nicht zu viel zu gießen.

Nach wenigen Tagen sollte nun ein kleines Pflänzchen mit zunächst zwei kleinen Blättern aus der Erde kommen.

Ab hier kannst Du die Pflanze theoretisch behandeln wie eine normale Pflanze. Sie sollte immer viel Sonne abbekommen und dann auch dementsprechend gewässert werden. Auch regelmäßiges Düngen ist ratsam. Hierfür gibt es spezielle Düngemittel für Pflanzen, denen Du auch entnehmen kannst, wie oft sie eingesetzt werden sollten.

Gesetzeslage zum Anbau von Cannabis

Der Anbau von Cannabis ist in Deutschland und einigen anderen Ländern ebenso wie der Besitz und Handel verboten. Mit der anstehenden Gesetzesänderung in Deutschland könnte sich das bald ändern und auch der Privatanbau zur Selbstversorgung ins Legale überführt werden. Bis dahin weisen wir darauf hin, dass Du Dich strafbar machst, wenn Du in Deutschland oder anderen Ländern mit ähnlicher Gesetzeslage Cannabis oder auch nur Nutzhanf privat anbaust. Bitte informiere Dich, wie die aktuelle Gesetzeslage in Deinem aktuellen Heimatort aussieht, bevor Du Dich an den Anbau machst.

Wenn Du Dich über die genaue Gesetzeslage in Deutschland informieren möchtest, findest Du hier den aktuellen Gesetzestext des Betäubungsmittelgesetzes, welches alle Legalitätsfragen rund um Cannabis regelt.

FAQ zum Cannabis Anbau

Ist es einfach, Cannabis anzubauen?

Ja, die Pflanze wächst sehr schnell und unkompliziert.

Ist es illegal, in Deutschland Cannabis anzubauen?

Ja, Besitz, Handel, Anbau und Verkauf sind in Deutschland verboten und stehen unter Strafe.
Die geplante Legalisierung in Deutschland wird dies voraussichtlich ändern.

Wächst Cannabis in Deutschland draußen?

Ja, wenn die Pflanzen genügend Sonne bekommen, gedeihen sie auch in unseren Breitengraden.

Quellen

Redaktion

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