Myrcen – Das am häufigsten in Cannabis vorkommende Terpen

Myrcen – Das am häufigsten in Cannabis vorkommende Terpen

Neben Cannabinoiden beeinflussen auch andere Inhaltsstoffe die Wirkung von Cannabis. Die nicht-psychoaktiven Terpene weisen ein vielfältiges Wirkspektrum auf. Sie verleihen den Sorten unter anderem ihren spezifischen Geschmack nach Kiefern, Gewürzkräutern oder Zitrone. Außerdem beeinflussen Terpene den Cannabisrausch.

Das in Hanf am häufigsten vorkommende Terpen ist Myrcen. Hier erfährst Du alles, was Du über dieses Terpen wissen musst.

Was ist Myrcen?

Myrcen ist eines der am besten erforschten Cannabis-Terpene. Es kommt nicht nur in Hanf vor, sondern auch in Gräsern und Früchten. Du findest es unter anderem in Mangos, Basilikum, Hopfen, Petersilie und Thymian. Aufgrund des erdigen, pikanten Aromas der Kohlenstoffverbindung wird es häufig in der Lebensmittel- und Parfümindustrie genutzt.

Myrcen entsteht durch Photosynthese. Ein Schweizer Forscherteam fand heraus, dass das Terpen zwischen 40 bis 60% des Gesamtterpengehalts einer Pflanze ausmachen kann.

Die Wirkung des Terpens

Forscher konnten nicht nur nachweisen, dass Myrcen einen positiven Einfluss auf dem menschlichen Körper hat. Das Terpen kann die psychoaktive Wirkung einer Sorte beeinflussen und die positiven Effekte von Cannabinoiden verstärken.

Sorten mit dominierender Indica-Genetik enthalten grundsätzlich mehr Mycren. Studien legen nahe, dass das Terpen für die sedierende Wirkung dieser Sorten verantwortlich ist. Sorten mit mehr als 0,5% Myrcen werden als beruhigend-wirkende Indica-Sorten klassifiziert. Cannabissorten, die weniger als 0,5% Myrcen enthalten, werden als Sativa-Sorten eingestuft. Diese haben einen stimulierenden und zerebralen Effekt. Es gibt jedoch auch Sorten, die mehr als 0,5% Myrcen enthalten und trotzdem als Sativa klassifiziert werden. Dies liegt an der hohen Konzentration anderer Terpene. Die 0,5%-Regel ist daher nicht allgemeingültig. Auch das Konzentrationsverhältnis der verschiedenen Terpene beeinflusst die Art der Wirkung.

Die beruhigende Wirkung von Myrcen, der sogenannte Indica-Effekt, entsteht vor allem dann, wenn die Sorte noch andere ähnlich-wirkende Terpene enthält.

Die Eigenschaften von Myrcen

Myrcen kann nicht nur eine sedierende Wirkung zugeschrieben werden. Die Kohlenstoffverbindung hat auch eine schmerzlindernde, entzündungshemmende und Muskel entspannende Wirkung. In einer Studie fanden Forscher zudem heraus, dass das Terpen die Schlafdauer verlängert.

Entzündungshemmende Eigenschaften

Osteoarthritisforscher fanden in einer Studie heraus, dass Myrcen entzündungshemmende und antikatabole Wirkungen auf menschliche Chondrozyten hat. Die Kohlenstoffverbindung hat das Potential den Knorpelabbau zu verlangsamen oder sogar zu stoppen. So konnte es zukünftig erfolgreich bei der Behandlung von Arthrose eingesetzt werden.

Schmerzlinderung

Nicht nur Cannabinoide sind für die schmerzlindernde Wirkung von Cannabis verantwortlich. Auch das Terpen selbst ist in der Lage Schmerzen zu lindern. Dies belegt nicht nur eine aktuelle Studie, sondern auch die Kräuterheilkunde. Zitronengras, dessen Hauptbestandteil Myrcen bildet, wird in der Kräuterheilkunde schon lange zur Schmerzlinderung eingesetzt.

Das Zusammenwirken mit Cannabinoiden

Myrcene in Cannabis

Terpene sind in der Lage sich mit Cannabinoiden zu verbinden. In Kombination können die Verbindungen bessere Ergebnisse erzielen. Diese Theorie wird auch als „Synergieeffekt“ bezeichnet.

Für Therapiezwecke sind aus diesem Grund vor allem Sorten mit hohem Cannabinoid- und Terpengehalt geeignet.

In Versuchen mit Mäusen fanden Forscher zudem heraus, dass Myrcen die Durchlässigkeit der Zellmembran beeinflussen kann. Damit hat die Kohlenstoffverbindung eine regulierende Wirkung. Sie ist in der Lage, den Effekt von anderen Terpenen und Cannabinoide zu hemmen oder zu verstärken.

Sorten mit hohem Myrcen-Gehalt

Special Kush 1

Diese aus 20% Sativa- und 80% Indica-Genetik bestehende Sorte ist sehr beliebt bei chronischen Schmerzen. Die Sorte weist die für Myrcen typischen Aromen auf. Die Aromen Erde und Skunk werden am stärksten akzentuiert.

Der THC-Gehalt dieser Sorte liegt bei 17%. Ihr CBD-Gehalt wird als Low eingestuft.

White Widow

White Widow besteht aus 50% Indica- und 50% Sativa-Genetik. Die Sorte ist vor allem wegen ihrer euphorisierenden Effekte sehr beliebt. Betont werden die Aromen nach Holz und Erde.

Ihr THC-Gehalt beträgt 19%. Der CBD-Gehalt wird als Medium eingestuft.

Skunk XL

Auch Skunk XL zeichnet sich durch 50% Indica- und 50% Sativa-Genetik aus. Die Sorte ist bekannt für ihr Kopf-High und die anschließende starke entspannende und beruhigende Wirkung. Skunk XL zeichnet sich durch ein fruchtiges, süßes Aroma aus.

Der THC-Gehalt liegt bei 17%. Das enthaltene CBD wird mit Medium eingestuft.

Das große Potential des Terpens

Myrcen-reiche Sorten sind genau das Richtige für Dich, wenn Du nach Entspannung und Beruhigung suchst. Die Kohlenstoffverbindung hat zudem großes medizinisches Potential und könnte zum Durchbruch der Cannabismedizin führen.

Hinweis: Dieser Inhalt ist ausschließlich für Bildungszwecke gedacht. Die Einnahme von Cannabis ist ausschließlich für medizinische Zwecke erlaubt.

FAQ Myrcen

Was ist Myrcen?

Myrcen zählt zu den in Cannabis am meisten vorkommenden Terpenen. Myrcene sind nicht nur in Hanf, sondern auch in Mangos, Basilikum, Thymian und Zitronengras zu finden.

Welche Cannabissorten enthalten viel Myrcen?

Vor allem die Sorten Skunk XL, White Widow und Special Kush 1 weisen einen hohen Myrcen-Gehalt auf.

Wie wirkt Myrcen?

Myrcen wirkt nicht nur sedierend, sondern auch schmerzlindend, entzündungshemmend und muskelentspannend.

Quellen

Redaktion

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