Verbessert Cannabis ihr Workout?

Verbessert Cannabis ihr Workout?

Macht es Sinn Cannabis vor oder nach dem Workout zu konsumieren?

Cannabis-Konsum vor dem Fitness-Center? Das klingt für viele sicher nicht gerade nach einer vernünftigen Idee, aber eine Reihe von Umfragen unter amerikanischen Sportlern aus jüngster Zeit hat ergeben, dass viele Menschen es tatsächlich vorziehen, unter Marihuanaeinfluss zu trainieren, oder danach Cannabis zu konsumieren.

Cannabis-Workout

Zu den angeblichen Vorteilen gehören eine bessere Konzentration, mehr Spaß und eine bessere und schnellere körperliche Erholung – weil es bisher kaum wissenschaftliche Studien zu diesem Thema gibt, kann man auch nicht mit Sicherheit sagen, wie sich das Kiffen auf das Training, sowie auf die Erholung des Körpers nach dem Workout auswirkt.

Was wir jedoch mit Sicherheit sagen können ist, dass es eine gute Idee ist, vorsichtig zu sein, wenn man Cannabis mit Fitnesssport mischt, und dabei auch Fitnessgeräte bedient. Eine Reihe von Studien hat gezeigt, dass ein Rausch die Koordinations- und Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigt und die Reaktionszeit verlängert, und es versteht sich von selbst, dass das Heben schwerer Gewichte im Rausch sehr gefährlich sein kann.

Außerdem hat die Forschung gezeigt, dass Cannabis das Herz-Kreislauf-System beeinflusst, indem es zum Beispiel die Blutgefäße erweitert und die Herzfrequenz erhöht. Diese Wirkungen sind zwar in der Regel harmlos, können aber für Menschen mit Herzproblemen problematisch sein – vor allem, wenn Kiffen mit Sport kombiniert wird. Nichtsdestotrotz scheint es, als würde das Kiffen beim Workout an Popularität gewinnen.

Cannabis-Workout

Eine Umfrage unter mehr als 600 Personen in US-Bundesstaaten, in denen Cannabis für den Freizeitgebrauch legal ist, ergab, dass 81,7 Prozent der Befragten den Konsum von Cannabis beim Training befürworteten, wobei junge Männer diese Kombination besonders gern mögen.

„Die Mehrheit der Teilnehmer, die den Konsum von Cannabis kurz vor/nach dem Sport befürworteten, gaben an, dass dies ihre Freude am Sport und ihre Erholung davon steigert, und etwa die Hälfte berichtete, dass es ihre Motivation zum Sport erhöht“, schrieben die Autoren der Studie.

Sie stellten auch fest, dass diejenigen, die unter Cannabis trainieren, dazu neigen, mehr Minuten aerobes und anaerobes Training pro Woche zu absolvieren als diejenigen, die es vorziehen, im Fitnessstudio kein Marihuana zu konsumieren.

Eine andere kürzlich durchgeführte Umfrage mit 231 online Befragten ergab, dass 45 Prozent der Teilnehmer vor dem Training aus psychologischen Gründen kiffen, während nur 14 Prozent angaben, einen körperlichen Schub durch Marihuana zu erhalten. Von denjenigen, die es vorziehen, nach dem Fitnessstudio zu kiffen, gaben 36 Prozent an, dass dies psychologische Vorteile mit sich bringt, und 28 Prozent sagten, dass es ihre Erholung fördert.

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Während Beobachtungsstudien wie diese zum Nachdenken anregen, ist es mangels geeigneter Studien schwierig zu sagen, ob Cannabis tatsächlich die körperliche Leistungsfähigkeit steigert und welche Mechanismen dieser Wirkung zugrunde liegen könnten. Es ist jedoch möglich, darüber zu spekulieren, dass Cannabinoide wie CBD und THC aufgrund ihrer entzündungshemmenden und schmerzlindernden Wirkung die Erholung nach dem Sport unterstützen könnten, auch wenn eine solche Theorie noch eingehend untersucht werden müsste, bevor eindeutige Schlussfolgerungen gezogen werden können.

Es wurde auch festgestellt, dass das Endocannabinoid-System eine zentrale Rolle bei der Erzeugung positiver Gefühle nach dem Sport spielt – ein Phänomen, das als „Runner’s High“ bekannt ist. Seit Jahrzehnten streiten sich die Wissenschaftler darüber, ob dieser Effekt durch Endorphine oder körpereigene Cannabinoide hervorgerufen wird, obwohl eine Anfang dieses Jahres veröffentlichte Studie stark auf Letzteres hindeutet.

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Die Autoren der Studie fanden heraus, dass die Blockierung von Endorphinrezeptoren im Gehirn die Menschen nicht davon abhielt, nach dem Sport ein Hochgefühl zu erleben, und dass 45 Minuten Laufen einen Anstieg der Endocannabinoide im Blutplasma verursachte. Dieser Anstieg der Produktion körpereigener Cannabinoide korrelierte mit einer Verbesserung der Stimmung und einer Verringerung der Angstzustände, was darauf hindeutet, dass diese Verbindungen in der Tat eine zentrale Rolle bei der Vermittlung der psychologischen Vorteile von Sport spielen können.

Daraus ließe sich ableiten, dass pflanzliche Cannabinoide wie THC ähnliche Wirkungen haben könnten und dass das Kiffen daher zu einem besseren Training beitragen könnte. Eine solche Annahme sollte jedoch nicht als Tatsache betrachtet werden, bevor nicht entsprechende Untersuchungen zu diesem Thema durchgeführt wurden.

Der Artikel „Verbessert Cannabis ihr Workout?“ ist am 2. Dezember 2021 erschienen

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