Medizinalhanf

Cannabis in der Medizin

Die medizinische Heilwirkung und Schmerzlinderung von Cannabis erkannte man sehr früh. Im Alten China wurde die Pflanze und mit ihr verbunden Behandlungsmethoden gegen bestimmte Krankheiten, so z.B. Rheuma,  in altchinesischen medizinischen Texten erwähnt. Immer wieder zog man sie auch in darauffolgenden Epochen zurate; vor allem ihre Schmerzlinderung spielte dabei eine große Rolle. Ob gegen Schlafstörungen, Menstruationsbeschwerden oder Entzündungen: Cannabis wurde oft und gern in gegen viele Arten von Krankheiten eingesetzt, da es sich um ein pflanzliches Heilmittel handelt, das praktisch kaum bis keine Nebenwirkungen aufweist.

Das Spektrum der mit Medizinalhanf behandelbaren oder lindernden Krankheiten umfasst unterschiedlichste Arten. Bei einigen Krankheitsnamen auf dieser Liste lässt sich schwer glauben, dass sich in dieser Vielzweckpflanze auch dafür ein Mittel verbergen könnte.

Hyperaktivität, Depressionen, bei Allergien, selbst in der Krebsforschung und bei Epilepsie belegen Studien eine nicht geringe Wirksamkeit – und damit sind nur wenige Beispiele genannt. Selbst bei AIDS und Multipler Sklerose versprechen sich Forscher große Erfolge durch den Einsatz von Cannabis.

Inhaltsstoffe von Cannabis

THC und Cannabidiol bilden die heilenden Inhaltsstoffe von Cannabis. Hinter der Pflanze verbergen sich aber auch noch unzählige Geheimnisse, da weitere Bestandteile, vermutlich etwa 600 Substanzen und deren Zusammenspiele, noch nicht genau untersucht und benannt werden können. Erst wenn die Pflanze erhitzt wird, entfalten die Stoffe ihre Wirkung. Schon am Beispiel dieser beiden Hauptstoffe zeigen sich große Unterschiede in der Wirkung. THC wirkt psychoaktivierend, Cannabidiol kaum – dafür aber eher schmerzlindernd. Daraus ergeben sich verschiedene Einsatzgebiete. Zudem sollte man sich darüber klarwerden, dass das Pauschalisieren im Bereich der Behandlungen vermieden werden sollte. Unterschiedliche Methoden bringen unterschiedliche Wirkungen.

Wirkstoffe können in Tropfen- oder Tablettenform durch Cannabisextrakte verabreicht werden und müssen nicht, wie häufig vermutet, geraucht werden. Die Dosen, die medizinische Wirkungen nach sich ziehen, belaufen sich auf Werte von 2,5 bis 15 mg. Bei einer Wirkungsdauer von 4 bis 12 Stunden bräuchte beispielsweise ein Rheumakranker, bei dem die Behandlung anschlägt, sein Medizinalhanf nur ein- bis viermal täglich konsumieren und würde somit im Optimalfall schmerzfrei den Tag überstehen.

Anwendung von Medizinalhanf

Wird Cannabis nicht geraucht, sondern vaporisiert, verbrennen die Stoffe nicht. Das Mittel wird nur so weit erhitzt, dass die größtenteils psychotropen Substanzen verdampfen. Somit wird die Gefahr auf krebserregende Stoffe, z.B. durch Beimischung von Tabak, vermieden und ein hoher Nutzen erzielt. Viele Medikamente, die von der Pharmaindustrie auf den Markt gebracht werden, bringen Nebenwirkungen mit sich. Oftmals bekämpfen bestimmte Wirkstoffe nicht nur das Problem, sondern greifen auch gesunde Zellen an und führen so zu neuen Problemen. Die Verträglichkeit beim Patienten ist nicht immer gewährleistet, denn jeder Organismus reagiert ein wenig anders auf ihm zugeführte Stoffe. In dieser Hinsicht macht auch Cannabis keine Ausnahme: Es kann passieren, dass der Körper nicht so gut wie erhofft auf medizinischen Cannabis reagiert, sodass Übelkeit oder Schwindelgefühle auftreten.

Im Gegensatz zu chemischen Medikamenten sind jedoch keine schwer lebensbedrohlichen Wechselwirkungen bekannt, was ein weitgehend normales Leben mit Cannabismedikamenten ermöglicht.

Die Wirkungsweise macht die irreversiblen Schädigungen am Gehirn von noch nicht ausgewachsenen Jugendlichen nicht wett. Es geht aber auch nicht darum, Cannabis in der Medizin ohne Sinn und Verstand an jeden, der Bedarf meldet, zu verschreiben, sondern um Hilfe für Menschen, die unter starken Schmerzen leben müssen und es leid sind, immer wieder von Nebenwirkungen geplagt zu werden. Man beachte, dass Cannabis, ebenso wie andere Medizin, auf den zu Behandelnden abgestimmt wird. Der Einsatz von Cannabis in der Medizin ist keine Ausrede, um sich in Rauschzustände zu versetzen. Die Ergebnisse heilen, was von der Forschung bewiesen und von dem langen Einsatz in der Geschichte bestätigt wird.

Zudem steht Cannabis für medizinisch angebaute Zwecke unter einer sehr genauen Kontrolle. Dadurch wird ein effizienter Einsatz ohne große Risiken ermöglicht.
Trotz erwiesener Vorteile und Heilungschance wird Cannabis auch in der Medizin als eine Art von Droge kategorisiert. Rein theoretisch könnte ein jeder Arzt in Deutschland Medikamente mit THC-Wirkstoffen verschreiben. Aufgrund der Rechtsgrundlage erweist es sich aber als schwierig, diese Medikamente zu zahlen, da Krankenkassen in den häufigsten Fällen keine Kostenübernahme anbieten bzw. diese sogar ausdrücklich verweigern. Medikamente dieser Art belaufen sich auf hohe Preise, 400 bis über 1.000€ kosten die Medikamente.

Cannabis hilft Menschen und ist trotzdem illegal

Wer allerdings ohne Erlaubnis Cannabis zu medizinischen Zwecken anbaut, macht sich nach geltendem Gesetz genauso strafbar wie jemand, der Cannabis als Genussmittel gebraucht. Es gibt zahlreiche Beispiele für die Wirksamkeit und ebenso für Patienten, die dankbar für diese Art der Medikamente sind. Auf der anderen Seite häufen sich Patienten, die verzweifelt auf Unterstützung durch Krankenkassen hoffen und diese ihnen verwehrt wird.
Rheumakranke sind nicht mehr in der Lage, ihre Gelenke zu bewegen, da sie Schmerzen leiden.

Menschen, die mit dem Tourette-Syndrom geboren wurden, leiden tagtäglich unter ihren Anfällen und fühlen sich bloßgestellt. Depressive sehen auch am hellsten Tag kein Licht in ihrer Dunkelheit. Dies sind nur wenige Beispiele für die Arten von Krankheiten, die der Einsatz von Cannabis in der Medizin bekämpfen oder wenigstens lindern könnte. Milliarden von Patienten unterschiedlichster Krankheiten hätten wieder die Möglichkeit, ein lebenswertes Leben zu führen – weshalb wird es ihnen von unseren Politikern und der Gesellschaft nicht ermöglicht?

In einigen Staaten auf der Welt kam man zu dem Entschluss, Cannabis immerhin als medizinisches Mittel einzusetzen. Braucht es wirklich einen Entschluss dafür, sich dazu aufzuraffen, wo die Vorteile von Medizinalhanf doch so klar auf der Hand liegen? In diesem Bereich ist absolut irrelevant, wie sich Cannabis als Droge verhält. Das ist Medizin als Wissenschaft. Menschen könnten geheilt werden. Und hat nicht jeder Mensch ein Recht darauf, die bestmöglichste Behandlung zu erhalten?
Wieso lassen wir millionenschweren Konzernführer die Freiheit, eine Pflanze zu verbieten, die Menschenleben retten kann?

1 Kommentar

  • Ich bin Betroffener.
    Obwohl ich lieber die schonendere Variante möchte (für meine schwere Erkrankung), möchte mir die Pharmalobby lieber Opiate verschreiben.
    Dies auch Problemlos.
    Bei Medizinalhanf ist es ein Kampf gegen Windmühlen.
    Gab es nicht mal den Hippokratischen Eid, oder ist der der Pharmaindustrie geopfert worden??

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