Hanf als Nutzpflanze

Hanf als Nutzpflanze

Hanf als NutzpflanzeDass die Hanfpflanze in Deutschland illegal ist, hat einen Grund – sie wird als Droge eingestuft und zählt zu den illegalen Substanzen. Dabei ist der Konsum von Hanf bzw. Cannabis nur eines von dutzenden Anwendungsgebieten, in der die Pflanze verwendet werden kann.

Egal ob Medizin, Textilindustrie, Bauwirtschaft, Automobilwirtschaft oder in der Lebensmittelbranche – die Hanfpflanze hat ein gewaltiges Potenzial und alles an der Pflanze kann verwendet werden.

Ironischerweise kann die Hanfpflanze wie schon erwähnt in dutzenden Branchen zum Einsatz kommen, bietet den perfekten Mittelweg zwischen Ökologie und Ökonomie und könnte für viele Branchen das Wundermittel sein, auf das seit Jahrzehnten gewartet wird. Doch wir leben in einer Konsumgesellschaft und es zählt allein der Profit. Wäre die Hanfpflanze auf der ganzen Welt legalisiert, würden viele der Großverdiener in der Pharmabranche keinen Job mehr haben.

Hanf ist kostengünstig anzubauen, zu 100 % verwertbar und könnte in vielen Branchen das Mittel sein, was zu nachhaltiger Produktion führt. Ist es nicht das Recht eines Menschen, die bestmögliche Behandlung zu bekommen? Ist es nicht das Recht eines Menschen, eine natürliche Pflanze zu nutzen, um Papier, Klamotten und andere Nutzmittel herzustellen? Wieso werden Patienten, die chronische Beschwerden haben, teure Medikamente mit Nebenwirkungen verschrieben, wenn ein wenig Cannabis das Problem lösen könnte? Es ist kein Geheimnis, dass Lobbyisten großer Branchen Druck auf die Politik ausüben, damit Cannabis weiterhin illegal bleibt – schließlich hängt ihr Job und die Millionen – die sie in wenigen Monaten verdienen – daran.

Einen tollen Einblick, wo die Hanfpflanze überall zum Einsatz kommen kann, bietet der Deutsche Hanfverband. In vielen Gesprächen zur Legalisierung kommt immer wieder hervor, dass Cannabis nur mit dem Kiffen verbunden wird. Dabei gibt es weit mehr Anwendungsgebiete, in denen die Hanfpflanze Leben retten und die Umwelt schonen kann.

Nutzhanf („Industrie-Hanf“)

Neben dem Einsatz von Cannabis als Rauschmittel und in der Medizin bietet die Pflanze zudem noch viele weitere Einsatzmöglichkeiten, da praktisch jeder Teil von ihr einen bestimmten Nutzen erfüllt. Aufgrund der unterschiedlichen Beschaffenheit der einzelnen Bestandteile existiert eine Vielzahl weiterer Verarbeitungsmöglichkeiten, die an vielen Stellen im Alltag Anwendung finden können.

Als eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt wurden die Kenntnisse über die Einsatzgebiete schon sehr früh angewendet und erwiesen sich allzeit als enorm effizient.
Zunächst einmal betrachten wir die verschiedenen Bestandteile der Pflanze und geben einige Beispiele, wie diese eingesetzt werden können:

Blütenstand

  • Medizin
  • Rausch- und Genussmittel

Dieser Teil der Gebrauchsweise ist allgemein bekannt. Nur weibliche Cannabispflanzen bilden Blütenstände aus. Werden sie abgeschnitten und getrocknet, kann man sie sofort nutzen oder zuvor noch sieben. Presst man die an den Blütenständen ausgebildeten Harze, werden diese zum sogenannten „Shit“; anders ausgedrückt, bezeichnet man die Harze aber als Haschisch. In der Weiterverarbeitung zu medizinischen Zwecken gibt es Medikamente, die geraucht/vaporisiert werden, in Tabletten- oder Lösungsform verschrieben werden. Außerdem entstehen an den Blütenständen auch Fasern.

Fasern

  • Textilien, technische Textilien und Kotonisierung
  • Baumaterial
  • Druckerzeugnisse

Aus den Fasern der Pflanze lassen sich leicht Hanfwolle und Mischgarne gewinnen. Diese können zu Alltags- und Arbeitskleidung verarbeitet werden, ebenso zu Feintextilien. Im Alten China begann man bereits, die Kenntnisse über die Pflanze einzusetzen, indem man Seile, Garne und Planen aus den Fasern gewann. Diese wiederum waren sehr widerstandsfähig und zeichneten sich durch ihre Reißfestigkeit aus. So erlangte die Verwendung von Hanffasern im Fischfang wegen der Fischernetze und in der Seefahrt zur Herstellung von Segeltüchern eine große Rolle.

Doch damit nicht genug: Eben jene Fasern können zu Span- und Faserzementplatten gepresst werden. Heute gewinnt vor allem der Einsatz von Hanf als Thermohanf in der Wärmedämmung sowie der Schallisolation an Bedeutung. An dieser Stelle bewirkt der Hanf eine extreme Senkung der Energiekosten und wirkt sich so auch freundlich auf das Klima aus.

In der Herstellung von Druckerzeugnissen zeigt Cannabis keine Grenzen auf. Egal, welche Papier- oder Pappenart, selbst Spezialpapiere stellen kein Problem dar. Beinah alles, wofür wir heute Holzfaserpapier nutzen, könnte durch Hanfpapier ersetzt werden – was nicht nur unseren Regenwald zu großen Stücken entlasten würde.

Schäben

  • Baumaterial
  • Druckerzeugnisse
  • Tierstreu

Selbst die bei der Flachs- und Hanfgewinnung entstehenden Abfälle, die holzähnlichen Schäben, bieten eine reiche Verwendungsvielfalt. Ähnlich wie die Fasern sind sie Bestandteil von Baumaterial und Druckerzeugnissen, lassen sich aber ebenso gut als hochwertiges Tierstreu einsetzen.

Samen

  • Nahrungs- und Futtermittel
  • Öle
  • Farben
  • Schmierstoffe
  • Reinigungsmittel
  • durch weitere Bearbeitung und Beimischungen: Biodiesel und Kunststoffe

Häufig finden sich Hanfsamen in Vogelfutter. Doch auch für den Menschen gibt es viele Verarbeitungsmöglichkeiten – Hanfmehl und daraus resultierende Backwaren stellen nur ein Beispiel dar.

Gepresst nutzte man die Samen schon bei den Alten Indern als Öle und Farben. Aus Cannabissamen hergestellte Margarine und Hanföle enthalten nur einen geringen Fettsäureanteil und erfreuen sich deshalb ihrer Beliebtheit. Öl- und Druckfarben aus Hanf unterscheiden sich kaum von synthetisch hergestellten Farben. Firnisse lassen sich auch daraus gewinnen, also schnell trocknende, farblose Öle, die als Schutzschichten z.B. auf Möbel aufgetragen werden.

Die Wirksamkeit von Hanf als Reinigungsmittel wurde sogar vom Öko-Test untersucht und mit der Bestnote „empfehlenswert“ ausgezeichnet. Ohne Bleichmittel, Phosphate und viele weitere Zusatzstoffe weist es eine hohe Umweltverträglichkeit auf und wird innerhalb weniger Tage vollständig im Wasser abgebaut. Es schützt die Farben, reinigt dabei aber aktiv und eignet sich besonders für Allergiker, da es eine Hautverträglichkeit bietet, wie sie kaum besser sein könnte.
Die Verwendung von Schmiermitteln, Biodiesel und Kunststoffen erklärt sich von selbst.

Die Verwendungszwecke von Nutzhanf sind nicht nur weitreichend, sondern auch umweltverträglich, biologisch abbaubar und lukrativ. Verwendete man mehr Hanf- statt Holzfaserpapier könnten wir abertausende von Bäumen retten und so gegen den Klimawandel ankämpfen. Statt Energie zu verschwenden steht es uns offen, auf Wärmedämmung durch Thermohanf umzusteigen und so unseren Energieverbrauch deutlich zu verringern. Die Nutzung von Hanfprodukten bietet unglaublich viele Vorteile, da z.B. Jacken, die mit Hanf hergestellt werden, sehr gut warmhalten und extrem wasserresistent sind.

Cannabis lässt sich weitgehend unproblematisch und unter geringen Kosten anbauen. Ökonomisch, ökologisch und praktisch – deshalb der Vorschlag: Probiert es doch mal mit der Alternative, tut was für die Umwelt und verwendet Hanfprodukte!

Bildnachweis: Hemp Plant | Lizenzfreies Foto © supermurmel #11770659

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