Die Geschichte der Hanfpflanze

Es ist nicht zu leugnen, dass Cannabispflanzen schon in ihrem Erscheinungsbild viele Auffälligkeiten mit sich bringen. Eine solch auffällige Pflanze bleibt nicht lange unerforscht, geschweige denn unbekannt. Schon von diesem Standpunkt aus lässt sich leicht erklären, weshalb die Entdeckung und Verwendung in der Geschichte von Hanf sehr früh in der Menschheitsgeschichte angesiedelt ist. Vermutlich schon mehr als 10.000 Jahre v.Chr. kultiviert und angebaut. Ihre Wurzeln reichen bis ins Alte China. Dort spielte die Pflanze einen signifikanten Anteil in der Landwirtschaft und Nutzung für andere Zwecke. Verwendete man zuerst nur die Samen als Nahrung für Tiere und Menschen, stellten die Menschen bald fest, dass Stiele und Fasern auch für andere Zwecke gut geeignet sind.

Innerhalb kurzer Zeit ergaben sich unzählige Möglichkeiten, Cannabis zu nutzen, z.B. um Textilien und Papier herzustellen. Möglicherweise schon lange Zeit v.Chr., mit Sicherheit aber im zweiten oder dritten Jahrhundert nach Christus, setzten chinesische Mediziner Cannabis als schmerzlinderndes Mittel ein.

Auch, wenn dies nicht sicher festgestellt werden kann, stammt die Pflanze offenbar aus Kasachstan. Von dort aus breitete sie sich nach Süd- und Ostasien aus. Nicht nur in China, sondern auch in Indien erfreute sich die Pflanze großer Beliebtheit, da überall die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten erkannt wurden.
Während die Pflanze aus Asien kaum wegzudenken war, ahnten die Europäer wahrscheinlich nicht einmal etwas von einem solchen Alleskönner. Erst vor 5.000 bis 6.000 Jahren erreichten Hanfpflanzen Mitteleuropa – ein „wichtiger“ Schritt in der Geschichte von Cannabis.

Im Alten Ägypten sowie im Alten Griechenland wurde schon auf Hanftextilien gesetzt. Im Alten Rom wusste man bereits, dass der Konsum von Cannabis „Frohsinn“ mit sich brachte und nutzte ihn auch in der Medizin, wiederum zur Schmerzlinderung. Durch die Kirche kam es zu ersten Kritiken. Sie bezichtigte jene, die Cannabis konsumierten, mit dem Teufel im Bunde zu stehen. So verschwand die Pflanze erst einmal aus der Öffentlichkeit, bis Karl der Große ihr zu neuem Ruhm verhalf. Der Hanfanbau galt in Europa von da an als ganz normal. Christoph Columbus brachte das Genussmittel so auch nach Amerika, wo es viele Epochen begleitete. Das Genussmittel erleichterte den Sklaven beispielsweise die schlechten Lebensbedingungen unter ihren Herren und wurde vornehmlich den Afroamerikanern zugeordnet, ähnlich wie Jazz. Tatsächlich gehörten Jazz und Cannabis geradezu zueinander.

Cannabis wird verboten

1916 allerdings beginnt in Amerika der Feldzug gegen Cannabis. Führer der Hetzjagd ist ein Mann namens Harry Anslinger, der zum Leiter der staatlichen Rauschgift- und Drogenbehörde ernannt wird. Grund für die Ernennung zu diesem Amt und überhaupt für die Anti-Cannabis-Kampagne ist die Erkenntnis, dass Cannabis eine bessere Variante für die Papierherstellung bildet als Holz, was Menschen, die in diesem Bereich wirtschaften, als Nachteil erscheint. Schnell wird klar, dass dies nicht nur die Holz-, sondern auch die Textilindustrie und viele andere wirtschaftliche Bereiche betrifft. Eine Gruppe von Unternehmern ist sich einig: Durch ein Cannabisverbot bietet sich die Möglichkeit, mehr Profit zu erlangen. Sie verbreiten Gerüchte, rufen zum Boykott auf und reden die Produkte schlecht.

„Es gibt insgesamt 100.000 Marihuana-Raucher in den USA; die meisten sind Neger, Hispanische, Filipinos und freie Künstler. Die satanische Musik, Jazz und Swing, ergeben sich aus Marihuana-Konsum. Dies bewirkt, dass weiße Frauen Marihuana, sexuelle Beziehungen mit Negern, dieser Art Künstlern, und allen anderen suchen“, sagte Harry Anslinger beispielsweise, woraufhin die Beschimpfung von Konsumenten und der Pflanze erst begann.

Obwohl die amerikanische Unabhängigkeitserklärung auf Hanfpapier geschrieben wurde und einer der berühmtesten amerikanischen Präsidenten, nämlich George Washington, selbst Cannabis anbaute, ging die Verteuflung von Cannabis von Amerika aus.[/fusion_highlight] Die angebrachten Gründe sind oftmals sehr zweifelhaft, erlogen oder irrelevant. Dennoch gelang es dieser Bewegung, viele andere Menschen davon zu überzeugen, welche Gefahr sich hinter Cannabis angeblich verbirgt.

An den meisten Orten zählt Cannabis ebenso als illegale Droge, wie Heroin oder Chrystal Meth, obwohl die Pflanze ebenso eine Tradition in unserer Geschichte hat wie Alkohol und zudem noch unzählige Vorteile mit sich bringt. Heute sind es größtenteils Konservative und wiederum Wirtschaftler, wie z.B. Pharmaunternehmen, die sich gegen eine Legalisierung sträuben. Nur in wenigen Ländern ist der Konsum von Cannabis legal. Durch die Legalisierung von Cannabis in Uruguay und der vermehrten Legalisierung in einigen Staaten der USA, wird das Thema Cannabislegalisierung auch in Deutschland jeden Tag interessanter.

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