Legalisierung

Nürnberger Drogenhilfe plädiert für Cannabis-Freigabe

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Cannabis wird verteufelt und befürwortet. Eine wahre Hassliebe und das aus jedem Blickwinkel. Einigkeit wäre wünschenswert, doch von einer Legalisierung ist Deutschland wohl noch weit entfernt. Auch deshalb weil die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), vor kurzem ihren Standpunkt dazu bekräftigte. Aber mit ihrer Meinung steht sie weitestgehend alleine da, wenn man sich in der Bevölkerung umhört. Nun fordert auch die Mudra-Drogenhilfe die Cannabis-Freigabe.

Jeder Zehnte wird abhängig

Nürnberger Drogenhilfe plädiert für Cannabis-FreigabeLaut den Statistiken und Studien, soll etwa jeder Zehnte Konsument von Cannabis abhängig werden. Marlene Mortler nimmt dies zum Anlass, jede Diskussion um Legalisierung im Keim zu ersticken.

Doch Bertram Wehner, Geschäftsführer der Mudra-Drogenhilfe, interpretiert diese Zahl ganz anders: „Die meisten Konsumenten praktizieren also einen kontrollierten und verantwortungsbewussten Gelegenheitskonsum.“ Bei ihm fließt die jahrelange Erfahrung aus der täglichen Praxis mit hinein.

Verharmlosen möchte er den Cannabis-Konsum keinesfalls. Regelmäßiger Gebrauch in hohen Dosen sei sehr riskant. Jugendliche und psychisch belastete Menschen seien dabei besonders anfällig. Doch für Wehner geht es nicht um Verbote. Prävention schön und gut, aber die Ergebnisse könnten besser sein. „Die seit Jahrzehnten geltenden Repressionen haben überhaupt nichts Positives bewegt“, so seine Erkenntnis. Am Ende bleibt alles gleich.

Regulieren statt verbieten

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) verweist hierzu auf die Beschaffungskriminalität und die sehr aktive Drogenszene. BDK-Chef André Schulz bezeichnet die Verbote weder „intelligent“ noch „zielführend“. Wehner will aber auch keine völlige Freigabe erwirken. „Es geht nicht darum, dass alle machen können, was sie wollen!“ Eben jenes ernannte Ziel vom Deutsche Hanfverband.

Als Mittelweg sieht Wehner die regulierte Freigabe. Ohne Einfluss der freien Wirtschaft, wie es andere Länder handhaben. Eine wissenschaftliche Begleitung der Regulierung sei erstrebenswert.

Beispiele aus Portugal und Uruguay könnten hier als Orientierung dienen. Dort dürfen die Bürger eine Hand voll Cannabispflanzen selbst anbauen und konsumieren. Portugal hat damit schon vor 15 Jahren begonnen. Mit einer stetig sinkenden Anzahl von jugendlichen Verbrauchern. Sehenswert sind auch die Statistiken aus den Niederlanden. Sie liegen unter dem europäischen Durchschnitt.

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