Legalisierung

Cannabis: CDU prüft kontrollierte Abgabe an Erwachsene

Cannabis: CDU prüft kontrollierte Abgabe an Erwachsene

Deutschland und die Cannabis-Legalisierung freunden sich so langsam an. Grüne, FDP, SPD und die Linken zeigen Offenheit gegenüber der Nutzpflanze. Doch CDU und CSU stellen weiterhin eine große Mehrheit im Bundestag dar. Weshalb das konservative Verhalten bis dato viele innovative Ansätze bereits im Keim erstickte. Doch nun scheinen sich die politischen Gegner dem Hanf als medizinische Nutzpflanze anzunähern.

Gesundheitspolitikerin Maag zeigt sich einsichtig

Cannabis: CDU prüft kontrollierte Abgabe an Erwachsene

Medizinisches Cannabis

Die bislang ablehnende Meinung soll missverstanden worden sein. Gesundheitspolitikerin Karin Maag (CDU) erklärte gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“:

„Selbstverständlich denken wir darüber nach, und zwar schon seit Jahren. Natürlich wird man nicht vom einmaligen Gebrauch süchtig. Genau deshalb haben wir uns auch verschiedene Projekte einer kontrollierten Abgabe angesehen.“ Jedoch nannte sie kein konkretes Projekt, welches das Interesse der Union geweckt haben soll.

In der Opposition finden sich seit Längerem viele Politiker, welche Offenheit gegenüber einer geregelten Abgabe zeigen. Sie setzen sich für den Verkauf in Apotheken sowie lizensierten Einzelhandelsgeschäften ein. Jedenfalls laufen dazu schon einige Modellprojekte.

Neue Bundesdrogenbeauftragte sucht „Neuanfang“

Seit wenigen Wochen besetzt Daniela Ludwig (CSU) das Amt der Bundesdrogenbeauftragten. Sie will sich der Verbotspolitik annehmen und einen „Neuanfang“ in der Diskussion rund um Cannabis schaffen.

„Die Diskussion beim Thema Cannabis steuert immer wieder in die Richtung ‚Freigabe oder nicht?. Wir müssen aufhören mit ideologisch aufgeladenen Schwarz-oder-Weiß-Debatten, denn so kommen wir schlichtweg nicht weiter“, erklärte Ludwig. Ihr geht es vor allem um den Schutz der Gesundheit, gerade unter den Jugendlichen.

Unions-Gesundheitspolitikerin Maag spricht noch nicht von einer grundsätzlichen Legalisierung. Sie will zunächst eine einheitliche Regelung für die Abgabe, Anbau und Verkauf von Cannabis.

Mit einer schnellen Regulierung ist hier also weiterhin nicht zu rechnen. Bis dato dürfen nur deutsche Ärzte medizinisches Cannabis verschreiben. Jedoch unter hohen Auflagen und nachdem alle anderen therapeutischen Maßnahmen sinnvoll ausgeschöpft worden sind, heißt es.