Medizinisches Cannabis

Deutschlands größte Cannabis-Plantage feiert Richtfest

Deutschlands größte Cannabis-Plantage feiert Richtfest

Deutschland benötigt Cannabis-Nachschub. Bislang wurden die benötigten Mengen außerhalb der EU angebaut und importiert. Dies ist nicht nur teuer, sondern auch suboptimal in der Versorgung. Weshalb vor wenigen Wochen ein paar Firmen hier bei uns mit dem legalen Anbau starten durften. Die wohl größte Plantage entsteht dabei wohl in Schleswig-Holstein.

Hochsicherheitstrakt für Cannabis

Deutschlands größte Cannabis-Plantage feiert RichtfestWobei von der Plantage nichts zu sehen ist. Vor neugierigen Blicken und Händen geschützt, liegt alles hinter dicken Betonwänden verborgen. Sicherheit geht vor und nur Personen mit Zutrittsrecht gelangen durch die Schleusen. Sogar gegen Spionage von oben, bspw. durch Drohnen, will man vorbereitet sein.

Doch dies alles nimmt man nur wenig wahr, denn von außen scheint es eine gewöhnliche Halle in Neumünster zu sein. Im Inneren wartet eine fußballfeldgroße Anlage zum Anbau von medizinischem Cannabis. Am gestrigen Donnerstag feierte das kanadische Unternehmen Aphria sein Richtfest. Eines von drei Unternehmen, welches die Genehmigungen für den Anbau erhielt. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister, Bernd Buchholz, gab sich die Ehre.

Kein Hanf für Privatgebrauch

Von Anfang an stand hier fest, dass die Cannabis-Pflanzen rein medizinischen Zwecken dienen werden. 2020 soll die erste Ernte bereitstehen. In erster Linie zur Linderung von starken chronischen Schmerzen. Für den Privatgebrauch ist hier nichts bestimmt, denn das Cannabis gibt es nur auf Rezept.

Diese Möglichkeiten haben deutsche Patienten seit 2017. Die Nachfrage ist immens groß. Es sollen tausende sein, welche sich durch Cannabis ein schmerzfreieres Leben erhoffen. Doch leider müssen viele bürokratische Hürden erfüllt sein, bevor Ärzte die Heilpflanze als Präparat verschreiben dürfen. Noch strenger sind die zu erbringenden Nachweise, damit Krankenkasse die Kosten übernehmen. Die meisten Patienten bezahlen die Medikamente also aus eigener Tasche.

Aphria hat in Deutschland eine Tochtergesellschaft gegründet und gut einhundert Millionen Euro investiert. Viel Geld, welches für den Aufbau der Plantage und ein Lager in Bad Bramstedt. Dort sollen die geernteten Pflanzen bis zur Weiterverarbeitung optimal untergebracht werden.