BMW setzt auf Hanf zur CO2 Reduzierung

BMW setzt auf Hanf zur CO2 Reduzierung

Alternative Rohstoffe wie Nutz-Hanf sorgen für CO2 Reduzierung

Mit einer neuen Nachhaltigkeitsstrategie und klar definierten CO2-Zielen versucht die BMW Group ihren Kampf gegen den Klimawandel zu intensivieren. Dies verkündete Oliver Zipse, der Vorstandsvorsitzende der BMW AG, auf einer Presseveranstaltung in München.

Schwerpunkte der richtungsweisenden Strategie sind einerseits eine drastische CO2-Reduktion schon bei der Produktion der Fahrzeuge bis zum Jahr 2030. Andererseits treibt die BMW Group im Zuge der Einführung der „Neuen Klasse“ die Nutzung von Sekundärmaterial sowie die zukunftsweisenden Prinzipien einer Kreislaufwirtschaft massiv voran. Damit verpflichtet sich die BMW Group zu einem noch nachhaltigeren Kurs, der dem 1,5 Grad Ziel zur Begrenzung der globalen Erderwärmung entspricht.

BMW setzt auf Hanf
Die Hanfpflanze, eine vielseitige, kostengünstige und naturnahe Alternative

Die Erfüllung sämtlicher Klimaziele hängt wesentlich mit der Forschung und Entwicklung nachhaltiger Materialien zusammen. Aus Sicht der BMW Group kann nur ein ganzheitlicher Ansatz im Umgang mit bewährten und neuen Materialien den CO2-Ausstoß dauerhaft reduzieren. Aus diesem Grund hat sich die BMW Group intensiv der Entwicklungs- und Forschungsarbeit von umweltschonenden Rohstoffen verschrieben. Gleichzeitig forciert sie den gezielten Aufbau eines Marktes für Sekundärmaterialien und arbeitet zielgerichtet mit Startups und erfahrenen Materiallieferanten an zukunftsweisenden Werkstoffen.

Der Automobilhersteller BMW Group will die CO2 Emissionen bei der Herstellung und Nutzung seiner Autos senken – und dabei könnte Hanf eine größere Rolle spielen.

BMW verwendet bereits seit einigen Jahren Cannabis, wie die Pflanze botanisch, zum Beispiel für die Türverkleidungen des elektrischen i3. Das ist nicht nur eine Marketingaktion, um den umweltbewussten Verbraucher anzulocken, sondern trägt auch dazu bei, das Fahrzeug (ein wenig) leichter zu machen.

BMW setzt auf Hanf
Hanf bereitet sogar kontaminierte Böden auf…

Es sieht so aus, als würden Hanf und andere pflanzliche Materialien immer mehr an Bedeutung gewinnen, da das Unternehmen nach eigenen Angaben seinen Kampf gegen den Klimawandel verstärken und den CO2-Ausstoß pro Fahrzeug bis 2030 drastisch reduzieren will. Eine der Strategien ist der verstärkte Einsatz von natürlichen Materialien anstelle von petrochemischen Werkstoffen.

„BMW und seine Partner haben den Einsatz von Fasern wie Hanf, Kenaf und Flachs systematisch weiterentwickelt und mit Naturfaser-Gitterstrukturen versehen“, so das Unternehmen. „Dank dieser Stützstrukturen ist es möglich, die mechanischen Eigenschaften beizubehalten und zusätzliches Gewicht zu vermeiden, indem die benötigte Materialmenge reduziert wird“, so das Unternehmen.

Die BMW Group setzt in ihren thermoplastischen Bauteilen auf bis zu 100 Prozent Kunststoff-Rezyklat. Gemeinsam mit innovativen Kunststoffherstellern arbeitet sie an der Weiterentwicklung von Kunststoff-Rezyklaten und Biokunststoffen mit einem deutlich verminderten CO2-Fußabdruck. Dafür nutzt das Unternehmen neben Kunststoff-Rezyklaten biobasierte Kunststoffe und Kunststoffe mit Naturfaserverstärkung wie Cellulose, Hanf, Holz oder Bambus, um den Anteil erdölbasierten Primär-Kunststoffs zu reduzieren. Das Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 thermoplastische Kunststoffe mit einem Rezyklat-Anteil von durchschnittlich 40 Prozent einzusetzen.

Es bleibt abzuwarten wie ernst man solche Ankündigungen nehmen kann, solange es dem Image dient und/oder auch noch die Produktionskosten reduziert, haben Alternativen eine Chance….

BMW setzt auf Hanf
Neu ist die Idee nicht, schon vor 80 Jahren gab es Autos aus Hanf…

Lange bevor die BMW Group begann, mit Hanf im Fahrzeugbau zu experimentieren, spielte der us-amerikanische Autobauer Ford mit dieser Idee. Bereits 1941 entwickelten Ford-Chemiker ein superstarkes Material, das zu 70 Prozent aus Zellulosefasern und zu 30 Prozent aus Harzbindemitteln bestand. 10 Prozent des Faseranteils waren Hanf.

Etwa zu dieser Zeit förderte die US-Regierung den Cannabisanbau. Es ist nicht klar, warum Ford seine Erfindung nicht weiterverfolgte, aber es könnte etwas mit der anschließenden Verteufelung von Cannabis zu tun gehabt haben, als Hanf und Marihuana in einen Topf geworfen wurden. In den folgenden Jahrzehnten verschwand Cannabis aufgrund der Prohibition von den Feldern in den USA, und erst 2018 wurde er endlich legalisiert und als landwirtschaftliche Kulturpflanze wie jede andere anerkannt.

Die kanadische Firma Hempearth hat sogar aus Cannabis ein Flugzeug gebaut, das von Cannabis-Öl angetrieben wird. Das Flugzeut ist 11 Meter lang und kann ausser dem Piloten noch 4 Passagiere befördern.

Der Artikel „BMW setzt auf Hanf zur CO2 Reduzierung“ ist am 9.September 2021 erschienen.